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Roi trüge zur Physiologie ties Tastsinnes.
Das zur Untersuchung dienende Individuum hat bekanntlich, wenn man mit dem Zirkel misst, anzugeben, ob es die beiden gleichzeitig, und mit gleicher Kraft auf die Haut drückenden Zirkelspitzen räumlich gesondert empfindet, oder oh die beiden Eindrücke zu Einem verschmelzen. Es giebt aber offenbar, wie bereits AVleisten bemerkt hat, keine haarscharfe Grenze zwischen einer räumlich einheitlichen Empfindung und der Wahrnehmung einer räumlich gesonderten Doppelempfindung.
Das untersuchte Individuum, namentlich wenn cs in derlei sub-jeetiven Bestimmungen nicht sehr geübt ist, wird nun zwar bei einiger Aufmerksamkeit immer mehr oder weniger sicher angeben können, ob es eine einfache oder eine Doppelcmpfindung habe '), allein es wird wohl kaum mit einiger Verlässlichkeit für zwei verschiedene Ilautstellen jene Abstände der Zirkclspitzen zu bezeichnen im Stande sein, welche genau denselben 0 rud der Deutlichkeit der Doppelempfindung auf den zu vergleichenden I lautstellen bedingen. Für die richtige Vergleichung der Feinheitsgrade des Rauiusinncs verschiedener 1 lautstellen ist aber das Vorhandensein dieser schwererfüllbaren Forderung eine unerlässlich noth wendige Bedingung. Die Benützung der Mittelwcrthc aus zahlreichen Beobachtungen ist auch hier das einzige Auskunftsmittel.
Der eben erörterte und ein anderer ähnlicher Ucbelstand macht sich bei der Anwendung des zweiten AVuBKK’schen Verfahrens, jedoch in noch weit höherem Grade geltend. Bei diesem Verfahren soll man mit einer kurzen Sonde den Funkt bezeichnen, welcher berührt wird oder soeben berührt wurde.
»Bestimmt man«, sagt Weber, »mit einem Zirkel oder Maassstabe, wie weit der Beobachter von dem gesuchten Orte entfernt bleibt, wenn er demselben am nächsten zu sein glaubt, und nimmt aus vielen solchen Bestimmungen das Mittel, so wird man finden, dass er desto weiter von ihm entfernt bleibt, je unvollkommener der Baumsinn in dem Theilc der Haut ist, an welchem der Versuch gemacht wird«. Bei dieser Bestimmung spielt der Zufall eine so bedeutende Rolle, dass der Werth des ganzen Verfahrens zur Ermittelung der Feinheitsgrade des Raumsinncs in Frage gestellt wird.
Wenn die Entfernung von dem zuerst berührten Punkte, in welcher die suchende Sonde aufgesetzt wird, eine gewisse Grösse überschreitet,
1 Vor Täuschung bewahrt man sich , indem mau den Beobachter bestimmen lässt., nicht nur ob er mit einer oder mit zwei Zirkelspitzen berührt wurde, sondern auch welche Richtung die die Zirkelspitzen verbindende Gerade im Vergleiche zur Längsaxe der Glieder und des Körpers haben (Weber).