﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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Spannungsgrösse der Haut zugleich ein gewisses Maass überseli reitet, der Werth von x grösser ausfallen muss, als der Durchmesser der Empfindungskreise. Vgl. Fig. 21 und 22. Hiermit scheint nun das ganze Verfahren zur Bestimmung eines kleinsten Grcnzwerthes des Durchmessers der Empfindungskreise Uber den Haufen geworfen zu sein. In der That ist es nicht zu leugnen, dass dieser Umstand meinem Verfahren den grössten Theil seiner ohnehin schon durch ändert^ Momente vielfach beeinträchtigten Sicherheit raubt. So rasch glaube ich, darf man sicli jedoch nicht entmuthigen und von dem betretenen Wege — dem einzigen, der bisher zum Ziele zu führen schien, — weil er nicht ganz eben ist, zurückschreckcn lassen. Ich meine, es lohne sich doch der Mühe, den Versuch zu wagen, den Weg zu ebnen und vor Allem praktisch zu erproben, um zu sehen, wie die gewonnenen Resultate stimmen. Dass cs wirklich zu vorschnell wäre, jeden weiteren Versuch mit dem vorgeschlagenen Verfahren aufzugeben, glaube ich durch folgende Bemerkungen begründen zu können.
Ich gelte zu erwägen, dass das angeführte Bedenken nur für den Fall gilt, dass 1. der Durchmesser der Empfindungskreise beträchtlich kleiner ist, als der Durchmesser des Zerstreuung»- oder Berührungskreises und 2. die Ausdehnung oder Zusammenschrumpfung der Haut ein gewisses Maass überschreitet; während das Bedenken für alle anderen durch die Figg. 10 bis inclus. 20 illustrirten Fälle keine Bedeutung hat. Hiernach hätte man nur den Resultaten zu misstrauen, welche an besonders feinfühlenden Hautstellen bei beträchtlicher Dehnung oder Schrumpfung der Haut mit stumpfen Zirkelspitzen gewonnen wurden, nicht aber jenen, welche an stumpfer fühlenden Hautstellen gewonnen wurden.
Wollte man nun auch Messungen an feiner fühlenden Hautstellcn mit feineren Zirkelspitzen bei leiserem Aufdrucken derselben und bei geringerer Ausdehnung und Schrumpfung der Haut für unstatthaft erklären, so bliche doch noch ein Mittel diesen Ausfall zu decken. Das Mittel nämlich aus den unbezweifelten Bestimmungen an stumpfer fühlenden Hautstellen die verhältnissmässige Grösse des Durchmessers der Empfindungskreise zu berechnen, um auf diese Weise zu kleinsten Grcnzwerthen zu kommen u. s. w.
Für jetzt will ich nicht weiterauf diesen Gegenstand, über den sich noch Vieles sagen liesse, eingehen, und so mögen denn die gegebenen Andeutungen genügen, welche noch länger zurückzuhalten ich um so weniger Veranlassung finde, als ich hoffen darf, durch dieselben auch andere Forscher zu weiteren Untersuchungen in diesem Gebiete anzuregen und zu Mitarbeitern zu gewinnen. Was ich bis-