﻿Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
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tungeil zu thun. durch welche die .Seele in den Stand gesetzt wird, die die Haut treffenden Reize hinsichtlich ihres Ortes zu bestimmen.
Und in der That, ich sehe nicht ein, was uns hindern sollte, feste Empfindungskreise, d. h. gewisse fixe Bezirke in der Haut anzunehmen, welche im Seusorium Raumeinheiten repräsentiren, so richtig es auch sein mag, wenn Lotze lehrt : »Was für die Seele da sein soll, muss auf sie wirken: so wie nicht das Dasein eines Objectes, sondern nur der Druck oder Stoss, den es ausübt, eine Empfindung motivirt, so motivirt alle räumliche Lagerung und Nachbarschaft erregter Nervenenden nicht im aller Mindesten eine ähnliche Lagerung und Nachbarschaft der von ihnen erregten Empfindungen«.
»Alle diese räumlichen Verhältnisse zwischen den verschiedenen Erregungen des Körpers sind nur ein Material, das wahrgenommen werden kann, und dann wahrgenommen wird, wenn es einen Eindruck zu machen versteht, das jedoch so lange wie nicht vorhanden ist. als cs nur vorhanden ist und jenen Eindruck nicht macht. — Für die Be-urtheilung des anatomischen Baues der Sinnesorgane geht nun hieraus eine allgemeine Maxime hervor : finden wir irgendwo Veranstaltungen getroffen, um eine Vielheit äusserer Reize in geordneten geometrischen Verhältnissen auf das Nervensystem wirken zu lassen, so sind uns solche Einrichtungen als Andeutungen wichtig, dass die Natur aus jenen räumlichen Beziehungen etwas für das Bewusstsein zu machen beabsichtigt, an sich jedoch erklären sie Nichts, und es ist nothwen-dig, überall in den Sinnesorganen zugleich jene anderen Mittel aufzusuchen, durch welche die Lage der erregten Punkte noch neben ihrer qualitativen Erregung auf die Seele zu wirken vermag«.
Hiernach wird man zwar zugeben müssen, dass die festen Empfindungskreise »an sich Nichts erklären«, allein man ist weder berechtigt noch genöthigt, dieselben zu leugnen. Lotze hat durch die aus seinen Grundanschauuugen mit Nothwendigkeit sich ergebenden Folgerungen — das Princip der festen Empfindungskreise keineswegs widerlegt, sondern nur gezeigt, dass dieses Princip einer höheren Begründung bedarf. Statt nun zu versuchen, diese höhere Begründung zu geben und die willkürlichen und ungenügenden Annahmen Weber’s zu modificiren. hat Lotze die ganz neue Theorie eines »abgestuften Systems von Loealzeichen« in der Meinung aufgestellt, »die Localisation der Empfindungselemente in der räumlichen Anschauung« nun besser, d. h. wirklich erklären zu können. Allein bei Lichte besehen . ist es nicht zu leugnen, dass Lotze mit seiner Theorie der Loealzeichen im Grunde eben so wenig oder eben so*viel erklärt wie
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