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Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
Es sind hiermit die bestimmten Zahlen- und Raumverhältnisse in der Anordnung des Nervensystems zu »Qualitäten der Reize« geworden, deren Loealitäten sie zur Wahrnehmung bringen, und so wird denn unser intensives Raumbild mit den verschiedenen Tust-, Druck- und Temperatur-Empfindungen gefüllt, womit jedoch nicht gesagt sein soll, dass wir unsere Empfindungen in ein uns schon von vornherein bekanntes, a priori gegebenes Raumschema eintragen.
Jede durch die Reizung eines einzigen oder beliebig vieler sensiblen Punkte erregte Empfindung nimmt eine bestimmte Stelle unseres Raumbildes ein. Die völlige räumliche Trennung und Unterscheidung zweier gleichzeitiger Empfindungen, welche durch zwei benachbarte Reize erweckt werden, kann aber erst dann stattfinden, wenn in uns die Vorstellung eines Zwischenraumes zwischen den Loealitäten jener beiden Empfindungen entsteht. Dieser Zwischenraum kann uns leer oder gefüllt, gross oder klein, verschwindend klein erscheinen. wir müssen aber eine Vorstellung von ihm haben. wenn wir zwei Empfindungen räumlich getrennt wahrnehmen wollen. Der hierzu nöthige Abstand der Reize von einander auf der Haut muss daher wenigstens so viel betragen, dass jeder von ihnen solche sensible Punkte erregt, welche nicht zu demselben Empfindungskreise oder zu. in grösster Ausdehnung sich iuterferireuden Empfindungskreisen gehören.
Nach meiner Ansicht genügt es also nicht, dass, wie Meissneu sagt, »die beiden Reize so weit aus einander gerückt werden. dass ihre physiologischen Irradiationskreise sich jeder aus a verschiedenen Punkten zusammengesetzt oder vielleicht wenigstens einen Theil der sie bildenden sensiblen Punkte verschieden haben«, sondern diese verschiedenen Punkte dürfen überdies auch nicht innerhalb eines und desselben Empfindungskreises liegen. — denn es existirt ein director Zusammenhang zwischen der Zahl der sensiblen Punkte auf einer Hautstrecke von gegebener Grösse und dem Grade der Feinheit der Gliederung der Localzeichen oder der Zahl verschiedener Localzeichen, die dort erstehen können«, nicht in der Weise, wie Meissxek will, dass »die Erregung einer bestimmten Zahl sensibler Punkte einen Irradiationskreis, sofern er für die Seele das Localzeichen abgeben soll, bilden muss«, sondern in der Art, dass an Orten, wo die relative Menge der sensiblen Punkte grösser ist, zugleich in Folge gewisser fixer, correspondirender. geometrischer Verhältnisse in der Peripherie und im Centrum auch die Empfindungskreise-kleinere Durchmesser haben, und vice versa.
Für die Bildung des aus den Localzeichen der einzelnen erregten