﻿Ueber «las sogenannte Problem des Aufrechtsellens.
359
fixirtc Object einstcllt, mul. dass wir dein Oben und Unten erst, nachdem wir die veränderlichen Lagen unseres eigenen Körpers beur-theilen gelernt haben, eine von unserer momentanen wirklichen »Stellung unabhängige Bedeutung geben können, indem wir cs auf die vorgestellte aufrechte Körperstellung reduciren ! — Uebrigens ist es durchaus nicht meine Absicht im Folgenden die ganze Angelegenheit von A bis -Q noch einmal zu erörtern und das, was bereits an andern Orten und viel besser, als ich es vermöchte, gesagt ist, zu reproduciren. Es genüge in diesem Bezug die Hinweisung auf Volk-maxx und Lotze1). Ich will liier nur einen dunklen Punkt, den Einzigen, der, wie ich glaube, noch immer nicht als erledigt betrachtet werden kann, aufzuhellen versuchen.
Dieser Punkt bezieht sich auf den » Grund aller Irrtlnimer «, als welchen Lotze das bekannte Vorurtheil bezeichnet »als läge in der wirklichen Stellung des Netzhautbildes für sich allein schon ein Motiv für die Seele, es in gleicher Lichtung wahrzunehmen,« — in Folge dessen man sich einbildet, »weil auf der Betina das Bild des Fuss-punktes der Objecte der Stirn näher liege, müsse es auch im empfundenen »Sehfeld ihr näher also oben erscheinen« — und davon spricht, »dass das Netzhautbild u m gekehrt'2 werden müsse, gleich als wäre seine wirkliche Lage durch ihr blosses Dasein schon für die Seele nicht nur von Bedeutung überhaupt, sondern als bildete sie sogar eine Art von Hinderniss für das Aufrechtsehen, das durch eine besondere Anstrengung der »Seele hinweggeräumt werden müsse.«
Lotze fertigt dieses Vorurtheil durch einige Bemerkungen, die sicli aus seinen Grundprincipien ergeben, sehr kurz ab, während es Voekmanx ganz umgeht; allein diese Behandlung eines Punktes, welcher als »Grund aller Irrthtimer« bezeichnet worden ist, rächt sicli an den Erklärungsversuchen der beiden berühmten Forscher.
Ich bin wenigstens überzeugt, dass es der oberflächlichen Behandlung dieses Punktes allein zuzuschreiben ist, dass die übrigens eben
1	Med. Psychologie 1S52, S. 302—309.
2	Bei dieser Gelegenheit kann ich cs nicht unterlassen, wie schön früher einmal, an die Bedeutung der »Vorstudien zur Topologie von J. B. Listing (abgedruckt aus den Göttinger Studien, 1S47; Göttingen bei Vaudenhoeck undRuprecht 1$4$) für die naturwissenschaftliche Terminologie aufmerksam zu machen, indem sie wahrhaft unentbehrlich sind, um den Sinn gewisser topologischer Ausdrücke, wie, »umgekehrt«, »verkehrt«, »verkehrt und umgekehrt zugleich« .... etc., die in der Sprache des gemeinen Lebens der Präeision entbehren, und manchmal selbst von den Männern der Wissenschaft, wie z. B. von Pick a. a. 0., und selbst von Lotze a. a. 0., S. 369, unrichtig angewendet werden, für den wissenschaftlichen Gebraiu h festzustellen.