﻿XXIX.
Zu Volkmann’s Lehre von der „Richtung der G-esichtsobjecte“,
[Wiener akademische Sitzungsberichte iköi Physiologische Studien .]
1. A olkmaxx 1 nennt die an dem von Fkaxz operirten Blinden gewonnene Erfahrung, dass der Blinde, der mit schielendem linken Auge sclicn gelernt hatte, nachdem er durch eine zweite glückliche Operation von Strabismus befreit worden war. Alles zu weit nach rechts sah1 2 , eine kostbare. Die ausdrückliche Anerkennung des Werthcs dieser Erfahrung hat mich endlich bestimmt einen längst (154$ von mir ersonnenen Versuch zu veröffentlichen, der Jeden in den Stand setzt, jene »kostbare« Erfahrung an sich selbst zu machen.
Der Versuch ist so überaus einfach, dass ich nur desshalb und weil man in der Ophthalmiatrik seit Jahren prismatische Brillen verwendet und das Folgende ohne Zweifel schon bemerkt; wenn auch vielleicht nicht physiologisch gewürdiget hat, mit der Publication gezögert habe: und besteht darin, dass man ein Prisma. am besten ein achromatisches, vor das eine geöffnete Auge nimmt und durch dieses hindurch die Objecte betrachtet, während man mit der Hand nach ihnen langt.
Die Wirkung des Prisma ist nun genau dieselbe, welche bei dem Blinden die glücklich ausgeführte Schieioperation hervorbrachte, in-
1 Handwörterbuch d. Pliys. Art. »Sclicn« S. 342.
»Vielleicht könnte man fragen, was das heissen solle? Offenbar dies: Der Operirte suchte die Gegenstände, welche er bei ruhendem Auge am deutlichsten sah, statt gerade vor sich, rechts neben sich. Natürlich fand er sie nun nicht, und es bestand also eine Zeit lang ein Widerspruch zwischen den Kaumvorstellungen nicht Anschauungen!) des Auges und des Getagtes«.