﻿3GS	Zu Volkmann's Lehre von der Richtung der Gesichtsobjecte.
clem die Gesichtsobjecte, je nach der Lage des berechnenden ‘Winkels des Prisma, weiter nach rechts, links, oben oder unten gesehen werden. als ohne Prisma und vor der Schieioperation.
Der hierbei eintretende Widerspruch zwischen der Localisation durch den Gesichtssinn und der durch Tust- und Muskelgefühl versetzt den Beobachter in eine eigentümliche Verwirrung, welche sielt nicht beschreiben, sondern nur erfahren lässt, und welche namentlich dem Anfänger gewissermaassen als ein argumentum ad hominem, besser zum Verständniss dessen verhilft, um was es sich hier handelt, als die klarsten theoretischen Auseinandersetzungen; wesshalb ich denn auch den simplen Versuch mit dem Prisma den Lehrern der Physiologie nicht dringend genug empfehlen kann.
Die Erklärungen der beiden Erfahrungen, der mit dem Prisma und der an dem operirten Blinden, stimmen mututis mutandis vollkommen überein. Eine Disharmonie der Raumvorstellungen muss nämlich eintreten, sobald aus irgend einem Grunde die Lage der Bilder auf der Netzhaut eine andere ist, als sie sei n w ü r d e, wenn unser Auge wirklich auf jenen Raumpunkt gerichtet wäre, auf welchen wir es erfahrungsgemäss gerichtet meinen, da das Muskelgefühl, welches die Vorstellung von der Richtung der Gestchtsobjecte bedingt, nach wie vor dasselbe bleibt. Die Wirkung ist daher auch ganz gleich, mag man nun durch das Prisma oder, wie bei der Schicloperation , durch eine unbewusste Veränderung der Stellung des Auges bewerkstelligen, dass das Bild eines Objectes auf die Netzhautstelle fällt, auf welche bei der zum Bewusstsein kommenden Stellung des Auges erfahrungsgemäss das Bild eines in bestimmter Entfernung neben, unter oder über jenem liegendes Object fallen müsste; denn in beiden Fällen werden die durch die Erregung derselben Netzhautpunkte vermittelten Bilder, mögen sie auch ganz verschieden gelegenen Objecten entsprechen, an demselben Punkte im Raume gesehen, weil eben das Muskelgefühl wesentlich die Vorstellung der Richtung bedingt und nach wie vor dasselbe bleibt.
2. Die Harmonie unseres Urtheils über die Richtung der Gesichtsund der Tastobjecte kann nicht wohl eine absolute, unbegrenzte, ich möchte sagen a tom i s tische sein. Und in der That wird diese Ver-muthung unter anderm auch durch die folgende Erfahrung beim Sticken Tapisseriearbeit bestätigt. Es ist leicht, an sich und an anderen die Beobachtung zu machen, dass die Nadel beim Zurückstechen des Fadens unter 100 Fällen 99 Mal den gewünschten, vom Auge fixirten Punkt verfehlt; doch irrt die unter dem Canevas befindliche Hand, welche die Nadel führt, nie um mehr als ein bestimmtes Maximum