﻿380
Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
als Hindemiss in Betracht kommt, ergibt sieh eben aus dem später anzuführenden Verfahren.
So findet man aus den obigen Gleichungen x = 14 mm. während der rein p h y s i k a 1 i s c h e Zerstreuungskreis gewöhnlich einen weit grösseren Durchmesser besitzt.
Dies Alles sind Andeutungen. welche in der Zukunft genau verfolgt und bestimmt formulirt werden müssen, und welche ich Überhaupt nur vorbringe. um merken zu lassen, dass icli gewisse Consequenzen und Bedenken nicht übersehen habe, die man vielleicht aus der Existenz der Irradiationskreise gegen meine Deutung der Thatsachen wird ziehen und dagegen wird erheben wollen, dass ich das. was oben ad 1 über die nothwendigen Abstände der erregten Punkte u, b. c und </, sofern die durch dieselben vermittelten Empfindungen räumliche Beziehungen erhalten sollen, sich ergab, hier auch von den Abständen der schattirten Irradiationskreise uaa. ßbß. ycy und ôdô vergl. die Schemen Fig. 5. (> und 7, welche die drei möglichen Fälle erläutern. wo der Durchmesser der Irradiationskreise kleiner, gleich und grösser ist als der Durchmesser der Empfindungskreise behaupten möchte.
In den Scheinen Fig. 5, 0 und 7 ist act — bß = cy = dö = %,
act = ßß == yy = ôô = x, und daher auch aa cy = au -j- dö = .r, ac — 1 a b + x. ad = 3a b -j- x, ab — cd u. s. w. —
Was nun die neue Messungsmethode betrifft. welche ich. wie gesagt. auf die Beobachtung u n g 1 e i c h z e i t i g e r Eindrücke zu gründen gedenke, so besteht sie einfach darin, dass man die Spitzen eines Zirkels nach einander und in bestimmter Distanz von einander, mit der Haut in Berührung bringt und darauf achtet, bei welcher Distanz der Beobachter mit Sicherheit angeben kann, wo sich der spätere Eindruck, ob oben oder unten, rechts oder links von dem früheren, befindet.
So lange der Beobachter über die Lage des späteren Eindruckes sich irren kann, so lange sind wir berechtigt anzunehmen. dass der gemessene Abstand nicht grösser ist, als der Durchmesser eines Empfindungskreises. Erst wenn der Beobachter die Lage des zweiten Eindruckes mit voller Sicherheit zu bestimmen beginnt, beträgt der gemessene Abstand wenigstens den Durchmesser eines Empfindungskreises, welcher somit den unteren Grenzwerth oder vielmehr den Nullpunkt der Seale darstellt.
Dies gilt wahrscheinlich selbst dann. wenn die Irradiationskreise bedeutend grösser sind als die Empfindungskreise. weil sich die Local-