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Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes.
Spitzen iu « und b werden als eine empfunden. a und b mithin von derselben Primitivfaser versorgt: aber b und c gleichzeitig erregt, geben auch nur eine Empfindung: die Nervenfaser für c ist also dieselbe wie für b. folglich auch wie für«: zwei Spitzen in c und d. in (I und e geben wieder nur eine Empfindung, also reichte dieselbe Faser auch bis e. und sofort über die ganze Körperoberfläche. Gleichwohl ist es nach Webeh’s vollkommen bestätigten Versuchen Thatsache, dass wenn a und b. und dann b und c zusammengereizt nur eine Empfindung geben, doch die gleichzeitige Berührung von u und c deren zwei geben kann. «
Auch dieser letzte Einwurf beweist nichts gegen die Existenz der »festen« Empfindungskreise überhaupt, an welcher wir daher unbeirrt festhalten können: ob auch .müssen, wird der folgende Paragraph beleuchten.
liier will ich nur noch einen scheinbar gewichtigen, speciell gegen meine Lehre von den Empfindungskreisen gerichteten Einwurf, welcher einige Aelmliehkcit mit der zuletzt erwähnten »sonderbaren Folgerung« Köli.iker's hat, im Voraus begegnen und damit vielleicht wesentlich zum richtigen Verständnisse meiner Auffassung der Empfindungskrcise beitragen.
Es seien a, b. c, d. e, /'. . . auf einander folgende sensible llaut-punkte. Je drei derselben mögen zu einem Empfindungskreise gehören: a. b. c fallen mithin in eine Raumcinlieitjhöherer Ordnung zusammen: aber b. c und d gehören ebenfalls zu einem Empfindungskreise : d fällt also mit b und c, folglich auch mit a zusammen u. s. f.
Auf diesem Wege würde man dazu kommen, dass sämmtliehe sensiblen Punkte der Haut nur eine einzige, ungegliederte Kaumeinheit repräsentiren. dass somit meine Annahme einer Interferenz der Empfindungskreise ad absurdum führe, und aus diesem Grunde unstatthaft sei.
Zu demselben Endresultate würde man gelangen, wenn man jene Argumentation gewissermaassen umkehrtc: weil d einem andern Empfindungskreise angehört als a, so kann es nicht mit « zusammeu-falleu. c gehört aber zu einem Empfindungskreise mit d. also kann c wie d wiederum nicht mit « zusammenfallen, obschon cs mit « ebenfalls zu einem Empfindungskreise gehört . . . quod est absurdum.
Allein diese widerspruchsvollen Folgerungen, welche übrigens nicht exacter gedacht sind. als wenn man etwa beweisen wollte, dass 1000 Weizenkörner keinen Haufen bilden können, weil ein Korn und noch eines keinen bilden, oder aber, dass schon ein Korn einen Haufen repräsentiren muss, weil 990 d. h. Hum—i Körner auch noch