﻿Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes
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einen Haufen ausmachen, beruhen nur auf einem Missverständnis* meiner Auffassung der Empfindungskreise und ihrer Interferenz. und sind nicht zulässig. Denn die Localzeichen a. ß. y . . . deV sensiblen Punkte u. b. c . . ., welche einem Empfindungskreise angehören, sind durchaus nicht identisch an sich, sondern nur in so fern nalie-z u identisch für uns, als sie eben ein Kaumelement höherer Ordnung repräsentiren.
Wir haben cs hier mit v e r s c h w i n d e n d k 1 ei n e n Differenzen zu thun. die aber darum noch nicht Null sind.
Die Empfindungskreise sind nach meiner Auffassung eben nur ein, ich möchte sagen, g r a p h i s c h e r A u s d r u c k d er Feinheit der »fixen« Gliederung des. an die sensiblen Punkte der Haut geknüpften Systems der Localzcichen.
§ 10. Experimentum crucis.
Lo t'zii und Meissneu leugnen zwar auf der einen Seite die Existenz der »festen« Empfindungskreise ganz und gar, und glauben alle Thatsachen. welche die Physiologie des Tastorgans festgestellt hat, befriedigend nach dem Satze deuten zu können, » dass zwei Empfindungen um so deutlicher geschieden werden je differenter, um so undeutlicher, je identischer ihr qualitativer Inhalt sammt den Localgefühlen ist. die sich an ihn knüpfen«: allein auf der andern Seite sagen sie selbst : »es genügt nicht, dass jede Stelle der Haut dem sie treffenden Reiz ein besonderes ihr eigenthümliches Localzcichen verleiht, sondern alle diese Localzcichen müssen Glieder einer geordneten Reihe, eines abgestuften Systems vergleichbarer Elemente sein«, und geben also eigentlich denn doch zu. dass die Seele gewissermaasseu ein Bild von den geometrischen Verhältnissen in der Anordnung der sensiblen Hautpunkte — eben durch jenes abgestuftc System von Localzcichen — erhalte und im Stande sei, vermöge dieser bestehenden Einrichtung die die Haut treffenden Reize, hinsichtlich ihres Ortes, zu bestimmen. Damit ist aber zugleich auch wieder die Existenz der »festen« Em-pfiuduugskreise wenigstens nach meiner Auffassung, nach welcher sie. so zu sagen, nichts anderes sind, als der graphische Ausdruck der Feinheit der fixen Gliederung jenes Systems der Localzeichen, zugestanden 1
In der That, behufs einer allseitig befriedigenden Deutung der Thatsachen ist es nicht nur vgl. § 9 erlaubt, sondern, so weit ich sehe, unumgänglich nothwendig. an diesen »festen« Lmpfin-dungskreisen festzuhalten.
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