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Weitere Beitrüge zur Physiologie des Tastsinnes.
Denn wie wollte man sonst die folgenden Erfahrungen erklären !
I. Yergrössert man stetig den Abstand zweier gleichzeitiger Eindrücke , die bereits so weit von einander entfernt sind. dass sie eine deutliche Doppelempfindnng geben, so wächst auch stetig der zwischen den beiden erzielteu'Empfindimgen w a h r g e n o in m e n e Zwischenraum. Meissner sagt: »Ist die Erregung von « sensiblen Punkten erforderlich. um einen in obigem Meissner s Sinne als physiologische Einheit functionirenden Irradiationskreis zu bilden, so werden die Irradiationskreise zweier Heize, welche innerhalb einer Hantstreeke erfolgen, wo nur a sensible Punkte sind, aus denselben sensiblen Punkten sich zusammensetzen, und somit ein und dasselbe Localzeichen für beide Heize vermitteln, welche also nicht gesondert empfunden werden: sie werden erst gesondert wahrgenommen werden, wenn sic so weit von einander gerückt sind, dass ihre Irradiationskreise sich jeder aus o verschiedenen Punkten zusammensetzt, oder vielleicht einen Theil der sie bildenden sensiblen Punkte verschieden haben.«
Allein es ist nicht einzusehen, wie damit die. mit der wachsenden Entfernung der Tastreize ccrrespondirende Yergrüsserung des wahrgenommenen Zwischenraumes, welcher die beiden Empfindungen trennt, erklärt werden soll, da ja schon vom Beginn der deutlichen Doppclemptindung an, die »Irradiationskreise sich jeder aus a verschiedenen Punkten zusammensetzt«, ausser man nimmt an, dass eben die Localzeichen der sensiblen Punkte, in Folge der bestehenden Einrichtung des Tastorgans, einem stetig abgestuften, mit den geometrischen Verhältnissen corrcspoudircndcn »Systeme von fixer Gliederung angeboren.
2. Nehmen wir an, es seien zwei Zirkelspitzen in solcher En'-fernuug von einander und gleichzeitig auf eine beliebige dehnbare Hautstelle z. 1>. die Lippe aufgesetzt worden, dass sie als zwei räumlich gesonderte Eindrücke wahrgenommen werden, so erklärt sielt dies nach Meissner so, dass bei diesem Abstande jede der beiden Zirkel-spitzen »o« verschiedene sensible Punkte, deren Erregung eben erforderlich ist, um »einen als physiologische Einheit functionirenden Irradiationskreis zu bilden«, erregen kann und wirklich erregt, während wir nach unserem Principe der festen Empfindungskreise den Grund der Erscheinung darin finden werden, dass die Zirkelspitzen sensible Punkte treffen, welche wall rsch ein lie It um mehr als das Dreifache des Durchmessers eines Emptindungskreises von einander abstehen.
Dehnen wir nun das betreffende Hautstück aus wodurch die sensiblen Punkte desselben auf eine grössere Fläche zerstreut werden . und setzen die Zirkelspitzen in derselben Entfernung, wie vor