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Zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie.
Bereich der Zootomie und nicht, wie es gewöhnlich geschieht, in jenes der Physiologie gestellt habe, wird man gerechtfertigt finden, wenn man bedenkt, dass die Zootomie ihrem Begriffe nach nicht auf die Zergliederung der erwachsenen Thiere beschränkt werden kann, sondern die Anatomie der Thiere in allen Alterszuständen umfassen muss. Lud was ist denn die Zoomorphose in ihrer gegenwärtigen Bearbeitung Anderes, als die Anatomie der einzelnen Entwicklungsstadien bestimmter Thierindividuen in chronologischer Folge und Anordnung ? Ja, in dieser Beziehung ist die Zootomie, wenn nämlich darunter, wie gewöhnlich, die Anatomie der erwachsenen organisch vollendeten 1 liiere verstanden wird, nur ein aus der Entwicklungsgeschichte herausgerissenes Blatt 1 Freilich lässt sich die Bildung der Organismen auch unter dem physiologischen Gesichtspunkte betrachten, allein dann entstellt eine ganz andere Wissenschaft als die heutige Zoomorphose, eine Wissenschaft, die ein Zweig der Physiologie ist, deren Bearbeitung aber zum grössten Tlieil der Zukunft Vorbehalten bleibt.
III. Ein dritter Gesichtspunkt, unter welchem die Thiere erscheinen, führt zur Betrachtung derselben nach ihrer Verbreitung im Baume und in der Zeit. Hiernach spaltet sicli das zoologische Wissen in die G e o z o o 1 o g i e1 oder Thiergeographie und in die P a 1 a e o zoologie oder 1 hiergeseliichte. Das Wort Palaeozoologie scheint für den Begriff der I hiergeseliichte zwar zu eng, indem die Thiergeschichte das Auftreten der verschiedenen Thierformen auf der Erde durch alle Scliö-pfungsepochen hindurch Ins inclusive auf die Gegenwart zu Verfolgen hat; allein wir können das Wort in Ermangelung einer andern Beziehung um so eher beibehalten, als der grösste Tlieil der Thiergeschichte längst vergangene Perioden der Entwicklung des Thierreichs behandelt und selbst die gegenwärtige Phase derselben nicht nur der Gegenwart. sondern auch bereits der jüngsten Vergangenheit dem Anfang der jetzigen Schöpfungsperiode nämlich — angehört.
Die unermessliche I tille des unter den bezeichneten drei Gesichtspunkten gewonnenen \\ issens von den Thieren und ihrer Natur drängt zur Gruppirung und Zusammenfassung der erkannten Thierfonnen in kleinere und grössere, natürliche Abteilungen nach der Verwandtschaft ihrer Organisation und ihrer Lebenserscheinungen.
I nter diesem IV. Gesichtspunkte entsteht eine neue Disciplin der wissenschaftlichen Zoologie — die Systematik, die als »thierische Verwandtschaftslehre « zur Aufstellung des n a t ü r 1 i c h e n Systems
1 L. K. Sc hm Alio a : die geographische Verbreitung der Thiere. Wien 1853 Gerold.