﻿Zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie.
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der thierisehen Organismen fuhrt, welches letztere in gewisser Hinsicht als die allesumfassende Aufgabe, als das ferne Endziel der zoologischen Bestrebungen, als die Zoologie zaf e-o/^v bezeichnet werden kann.
Das leitende Princip der systematischen Zoologie, welches man zuerst in äussern Merkmalen, dann im innern Bau der Thiere suchte, glaubt man endlich in der Entwicklungsgeschichte 1 ) gefunden zu haben. Allein auch dieser neueste Standpunkt, alsein ausschliesslich morphologischer, scheint immer noch zu einseitig — der richtige nicht zu sein, denn da die Art, Species, deren Begriff aner-kanntermaassen die Grundlage aller systematischen Bestrebungen ausmacht, «eine bestimmte, abgeschlossene und sich selbst erhaltende Form des organischen Lebens«2; ist, so wird das leitende Princip der zoologischen Systematik offenbar ein m o r p h o 1 o g i s c h - p h y -siologisches sein müssen, wenn dessen praktische Durchführung auch noch nicht an der Zeit sein sollte.
Was übrigens das entwicklungsgeschichtliche Princip betrifft, welches einen eben so warmen als gewandten Fürsprecher in meinem Freunde Hessel gefunden hat, so kann ich einige kritische Bemerkungen über die Tragweite desselben hier nicht unterdrücken.
Nach Hessels Darstellung könnte es scheinen, als ob nun mit der Aufstellung und Anwendung dieses Princips alle Unbestimmtheit und Schwierigkeit der wissenschaftlichen Systematik erledigt und beseitigt wäre, als ob sich jetzt die Begründung der wahren systematischen Einheiten und die Beurtheilung der Dignität der charakterisiren-den Merkmale so ohne weiteres von selbst ergeben würde.
Hensel sagt a. a. 0. S. 3: »Nennen wir , Wissenschaft ‘ ein System von Sätzen, deren jeder seine Wahrheit aus dem vorangehenden ableitet, und deren ersten dieselbe entweder a priori oder aus schon bewiesenen Sätzen einer andern Wissenschaft besitzt, so werden wir an jede Disciplin, die sich Wissenschaft nennt, das Verlangen stellen, für die Wahrheit ihrer Lehrsätze auch den nöthigen logischen Beweis zu liefern. Dies auf die Zoologie angewendet, so werden wir es nicht stillschweigend hinnehmen können, wenn z. B. Cuvier unter dem Begriff der Wirbelthiere eine grosse Anzahl von Thieren vereinigt, deren Centraltheile des Nervensystems von einer Rückenwirbelsäule umschlossen werden. Wir werden alsbald nach dein Beweise für die Berechtigung einer solchen systematischen Einheit fragen, aber leider
1	R. Hexsel : das leitende Princip der systematischen Zoologie. Breslau 1852. Grass, Barth u. Comp.
2	R. Leuckart: Ueber den Polymorphismus der Individuen : S. 2. Giessen 1851. Ricker’sche Buchhandlung.