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Zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie.
unbefriedigt bleiben: denn, dass eine solche Wirbelsäule allen jenen Thieren gemeinschaftlich sei, ist noch lange nicht der geforderte Beweis. Warum sollen wir nicht das geschlossene Gefässsystem oder die in ilun circulirende Flüssigkeit von eigentliümliclier Zusammensetzung als ein gemeinschaftliches Merkmal aller Wirhelthiere ansehen können ? Und was hilft uns nun aus der Verlegenheit, welches jener Merkmale wir als den Ausdruck eines besondern Grundtypus und somit als ein zusammenfassendes Moment anwenden sollen? Denn aucli dadurch unterscheidet sich das natürliche System wesentlich von allen künstlichen, dass es, wie die Natur selbst, nur ein einziges ist und dass die Merkmale, welche es jedem Complex von Thierformen voranstellt, die einzigen charakterisirenden sind und somit die Berechtigung aller andern ausschliessen, denn sie sind stets der Ausdruck eines Grundoder abgeleiteten Typus und nicht als augenfällige Erscheinungen willkürlich erwählt. Wir werden also im natürlichen Systeme nie sagen, dieses oder jenes Merkmal »könne«, sondern »müsse« als charakteristisch angeführt werden, ein Muss, welches zugleich die Noth-wendigkeit eines Beweises und somit eine wissenschaftliche Basis voraussetzt. Demzufolge wird auch das wissenschaftliche System frei bleiben von allen negativen Diagnosen. wie von der Zulässigkeit von Ausnahmen. Immer, wo wir diese finden, sind sie uns das sicherste Zeichen, dass das aufgestellte Gesetz seinem ganzen Wesen nach unrichtig oder "wenigstens nicht allgemein genug gewesen ist« . ^.
» Cuvier hat. wie schon gesagt, den Typus der Wirhelthiere richtig erkannt, aber er musste uns den Beweis für seine systematische Berechtigung schuldig bleiben. denn das Gewordene lässt sich nur im Werden begreifen, und dafür war Cuvier's Zeit noch nicht vorbereitet. — Betrachten wir den Begriff der Species als den speciellsten im gesummten Systeme, indem für uns die Art das Gleichartige, keine Thei-lung mehr Zulassende umfasst. so muss nothwendiger Weise diesem speeiellen Begriff der allgemeinere. übergeordnete, der der Gattung [Genus vorangehen, oder, was dasselbe ist, der Organismus muss, elie er als vollendete Form mit allen seine Species charakterisirenden Merkmalen versehen auftritt, vorher die, welche ihn einer bestimmten Gattung beiordnen, an sich aufzuweisen haben: und sofort müssen am Organismus je früher, desto allgemeinere Charaktere, am Beginn der Entwickelung aber die allgemeinsten oder Grundtypen auftreten. Wir haben also ein liecht, den schon von C. E. v. Baku, dem Vater der heutigen Zoologie, aufgestellten Satz, dass sich aus einem allgemeinen Typus stets der speciellere hervorbilde, als ein allgemein gütiges Gesetz auszusprechen. Dass dieses Gesetz auch wirklich mit der Er-