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Zur Orientirung im Gesummtgebiete der Zoologie.
Die eben aufgezählten Einzelndisciplinen, in welche sich nach unserer Auffassung die wissenschaftliche Zoologie spaltet, haben das Thier zum Object und treffen in dem einen Endziele zusammen »jene Gruppe von Erscheinungen an thierischen Wesen, die man gewöhnlich Leben nennt, ihrem gesetzmässigen Zusammenhänge nach zu erkennen«.
Wenn wir nun diese Einzelndisciplinen in eine gemeinschaftliche Darstellung zusammenfassen wollen, »so kommen wir«, wie Bronn a. a. O. S. 3 treffend sagt, »in die Verlegenheit mehrfacher Wiederholung derselben Materie in verschiedener Form, theils weil sie sich grösstentheils nicht mit verschiedenen Objecten beschäftigen, sondern dieselben Objecte nur aus verschiedenen Gesichtspunkten Und in anderer Ordnung betrachten, theils aber auch, weil die Anatomie der Tliiere z. B. so wenige oder vielmehr gar keine durch das ganze Thierreich hindurchgreifende Bildungen darbietet, dass wir ausser Stande sind, das Thier anatomisch zu charakterisiren, wir können bloss Tliiere gewisser Klassen und Ordnungen u. s. w. anatomisch beschreiben, d. h. es gibt nur eine Anatomie der Wirbelthiere z. B. und eine davon fast ganz verschiedene Anatomie der Insecten, der Mollusken, Infusorien. Eine gemeinsame Anatomie des ganzen Thierreiches würde überall zu Vieles aussagen, was in den meisten Fällen nicht wahr ist. Wir müssen aus dieser Ursache der anatomischen Betrachtung, eben so wohl als der chemischen, physiologischen und psychologischen das zoologische System zu Grunde legen. und umgekehrt erfordert das natürliche System eine genaue Betrachtung der Tliiere aus allen Gesichtspunkten : der Chemie, der Anatomie, der Physiologie u. s. w., wie denn auch wieder die Physiologie sich in unserer gegenwärtigen Aufgabe schwer, ohne die anatomische Betrachtung der einzelnen Organe sogleich damit zu verbinden, durchfuhren lässt. Wir müssen daher die oben angedeuteten einzelnen Wissenschaften für unsern Zweck ganz anders behandeln und sie im Ganzen inniger mit einander verschmelzen, als wenn wir jede derselben nur für sich abgeschlossen darzustellen hätten. Wir müssen demnach alle jene Wissenschaften einer unter ihnen, nämlich der Zoologie, unterord-nen und können sie in dieser Verbindung nur in sehr ungleichem Grade ausgedehnt vortragen, zumal einzelne Zweige noch nicht selbständig bearbeitet worden sind. Wir müssen endlich obige wissenschaftliche Eintheilung in den einzelnen Unterabtheilungen des Thiersystems wiederholen und so aus den getrennten Theilen ein Ganzes bilden«.
Ich bin auf einem Wege in das Gebiet der Zoologie eingedrungen, welcher — um mich eines Bildes zu bedienen, gleich von vorn herein