﻿XXXI.
Zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie.
[ Vorlesung, gehalten beim Antritt seines Lehramtes, als Professor der Zoologie an der Universität zu Gratz, im Sommersemester ISöi/ö. (Als Brochure erschienen. Leipzig, Engelmann I8ö5j.]
M. H. !
Es ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, an der hiesigen Hochschule Zoologie zu lehren.
Im Begriffe, meine Vortrage zu eröffnen, liahe ich nach dem streng systematischen Gange der Wissenschaft zunächst damit zu beginnen, die Zoologie zu definiren, ihre Aufgabe näher zu bestimmen, die Gliederung in ihre einzelnen Theile zu begründen und so eine Skizze des Umfangs und Inhalts dieser Wissenschaft zu entwerfen.
Ich wählte das bezeiehnete Thema, abgesehen von defr Forderung des systematischen Lehrganges, auch deshalb zum Gegenstände meiner Antrittsvorlesung, weil es mir die beste Gelegenheit bietet, Sie, m.H. ! sowohl im Gesammtgebiete der Zoologie, als auch über meinen wissenschaftlichen Standpunkt und über die Richtung meiner künftigen Thätigkeit zu orientiren. —
Zoologie von AWv und Xdyoc) heisst und ist ganz allgemein die Wissenschaft von den Thieren: sie hat die Aufgabe, die Thiere in allen ihren Beziehungen zu erforschen, unter allen irgend möglichen Gesichtspunkten zu betrachten und umfasst daher die Summe all’ unseres Wissens von den Thieren. —
So viele Gesichtspunkte es gibt, unter welchen sich die Thiere betrachten lassen, so viele Systeme von Wahrheiten, so viele Zweige oder Theile der Wissenschaft werden sich ergeben. Nebst diesen sollen aber dann auch noch jene Disciplinen in unserer Skizze einen Platz und eine Erwähnung finden, welche — ohne als solche gerade integrirende Bestandteile der reinen Wissenschaft auszumachen — doch in das Gebiet der Zoologie gehören.