﻿Zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie.
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»Die Lehre v. Baer’s über die blätterige Bildung' des Keims findet auch bei der Keimblase des Meerschweinchens ihre Bestätigung. Allein es zeigt sich hier eine von allen bisher bekannten Thiereiern verschiedene Anordnung dieser Blätter. Das vegetative Blatt ist nämlich das äusserste der Eiblase ; das animale bildet sich von Anfang an als kleines, an dem freien, nicht angewachsenen Pole des Eies gelegenes . geschlossenes Bläschen : das Gefässblatt liegt zwischen beiden und entwickelt sich an der innern Seite des vegetativen Blattes. In Folge dieser Anordnung der Blätter des Keims hat der sicli bildende Embryo die gerade umgekehrte Lagerung in Beziehung auf das Ei, wie andere Embryonen : er liegt mit seinem Bauche nach aussen, mit dem Kücken nach innen gegen die Eiblase hin gerichtet. In Folge der uranfänglichen Bildung des animalen Blattes als einer geschlossenen Blase ist ferner die Entstehung des Amnion bei dein Meerschweinchen eine ganz andere, wie bei andern Embryonen. Die eine Hälfte dieser Blase wird nämlich Amnion. während sich in der andern der Körper des Embryo entwickelt.«
Was die Allantois betrifft, so » ergab sich das unerwartete Factum, dass dieselbe sich nicht nur unabhängig von den »WoLFFschen Körpern. von welchen noch mehrere Tage lang keine Spur bemerkbar ist, sondern selbst unabhängig von dem Embryo. kann man sagen, als ein Bestandteil der Embryonalanlage selbst noch vor dem Auftreten der Primitivrinne und somit als der erste bestimmt erkennbare Embryonaltheil ausbildet« a. a. 0. 8. 34 .
Der werdende Meerschweinchenembryo charakterisirt sich also durch das Auftreten von Amnion und Allantois, früher als höheres Wirbelthier, d. h.. als zum Unterkreise der Säuger, Vögel und lleptilien gehörig, dann als Wirbelthier überhaupt, indem die Chorda dorsalis in welcher Hexsel den jede andere Charakterisirung ausschliessenden Ausdruck für den den Vertebraten gemeinschaftlichen Grundtypus sieht, erst s p ä t e r zur Entwickelung kommt als jene beiden den Untertypus der liöhern Wirbelthiere im Gegensätze zu dem Typus der Fische und Amphibien cliarakterisirenden Gebilde.
Der Satz »dass am Organismus je früher, desto allgemeinere Charaktere auftreten müssen«, welcher als prägnante Formulirung des von Hexsel vertretenen leitenden Prineips der systematischen Zoologie betrachtet werden kann, ist hiernach entweder an und für sich falsch, oder es sind die aufgestellten Merkmale nicht die wahren typischen, ausschliesslich cliarakterisirenden Merkmale.
Die Bedeutung des chronologischen Auftretens der Merkmale, des zeitlichen Momentes in der Bildungsgeschichte des Embryo, auf welches