﻿400
Zur Orientinmg im Gesammtgebiete der Zoologie.
stossen dürfte. indem leider ! die Mehrzahl der sogenannten Zoologen die Aufstellung eines Thiersystems nach zufälligen, meist äusseren in die Augen fallenden Merkmalen, noch immer für die eigentliche, wesentliche Aufgabe der Wissenschaft zu halten sich nicht entbindet. Der Fundamentalunterschied der künstlichen von dem natürlichen Systeme liegt, wie Hexsel a. a. 0. >S. 2 treffend sagt, darin »dass in jenen die Vereinigung aus der Trennung hervorgeht, in diesem im Ge-gentheile die Trennung Folge der Vereinigung ist» ; dass in jenen die Begrenzung der Gruppen eine zufällige ist, in diesem eine noth-wendige. Künstlicher Systeme gibt es daher viele, das natürliche System kann nur Eines sein.
Ein künstliches System hat an und für sich als etwas wesentlich Zufälliges, offenbar keine Bedeutung, keinen Werth, und erhält Beides erst mit der Beziehung auf einen praktischen Zweck — auf das »Bestimmen« der Thiere.
Das natürliche System hat Werth und Bedeutung an und für sich : jenes ist Mittel zum Zweck, dieses Selbstzweck; jenes dient dem Wissen, — dieses ist Wissen !
Ein künstliches System hat demnach nur in so weit einen Werth und eine Berechtigung, als es zur leichten, schnellen und sicheren Bestimmung der Thierspeeies, d. h. als dan's zoologica brauchbar ist und die l ebersicht der Thierformen erleichtern kann : das natürliche System hingegen ist nur in soweit es selbst, als die Natur in ihm ihren wahren und vollständigen Ausdruck findet. Freilich muss jenes vorläufig zugleich auch als Surrogat für das natürliche System betrachtet werden und dienen, da dieses bis jetzt noch ein pium desiderium ist, allein es dürfte wohl nichts destoweniger genügend gerechtfertigt sein, dass wir die wissenschaftliche Systematik als eineu Tlieil der wissenschaftlichen Zoologie, die künstliche Taxonomie hingegen als jenen Tlieil der angewandten Zoologie aufgeführt und hingestellt haben, welcher den Uebergang von dieser zur zoologischen Praxis vermittelt.
So wie die andern Theile der angewandten Zoologie nur zur Bequemlichkeit für Aerzte, Pharmaceuten und Oekonomen bearbeitet werden, gerade eben So soll und kann das künstliche System vernünftiger Weise nur zur Bequemlichkeit Jener bearbeitet werden und dienen, welche ein zoologisches Register brauchen und aus irgend einem Grunde zu erfahren wünschen, mit welchem Namen die Zoologen ein bestimmtes Filier belegt haben und zu bezeichnen gewohnt sind. —
Als Résumé des zur Orientirung im Gesammtgebiete der Zoologie Mitgetheilten lasse ich nun eine übersichtliche Zusammenstellung der angeführten Disciplinen folgen :