﻿XXXII.
Eine neuro-physiologische Beobachtung an einem Triton
cristatus,
Briefliche Mittheilung an Prof. A. KöHiker.
[Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. VII. Bd. W35.]
Ein Mitte Mai 1. J. gefangenes Männchen von Triton cristatus verfiel jedes Mal in eine Art von Erstarrung, aus der es sich erst nach mehreren Secunden erholte, wenn ich eine seiner Extremitäten oder seinen Schwanz mit den Branchen einer starken eisernen Pincette fasste und kräftig drückte. Ich bemerkte diese eigenthiimliclie Erscheinung ganz zufällig, als ich das Thier aus seinem mit Wasser gefüllten Glase in ein anderes bringen wollte und statt der Finger einer Pincette mich bediente. Es waren mir nämlich die Branchen der Pincette mehrmals an dem schlüpfrigen Leibe abgerutscht, weil ich. um dem Tliiere nicht weh zu thun, keinen starken Druck ausüben wollte, als ich endlich, ungeduldig über das wiederholte Misslingen meines Vorhabens. den Schwanz des Tliieres erfasste und so kräftig und rücksichtslos zusammendrückte, dass mir das Thier nicht entwischen konnte und ich mein Ziel erreichte. Es entging mir nun hierbei nicht, dass das Thier, auf den Boden des anderen ebenfalls mit Wasser gefüllten Glases angelangt. mit krampfhaft geschlossenen Augen in der Stellung, welche es während der bewerkstelligten Uebertragung von dem einen in das andere Glas, vor Schmerz sich windend, angenommen hatte. starr und regungslos einige Secunden lang liegen blieb und erst nach Ablauf dieses Zeitraumes, den Gebrauch seiner Glieder wiedererhaltend, hin und herzufahren begann. Einmal aufmerksam auf diese sonderbare Erscheinung, erkannte ich bald, dass durch kräftiges Quetschen des Schwanzes sowohl als des Oberarmes oder Oberschenkels dieser starrkrampfähnliche Zustand regelmässig hervorgerufen werden konnte. Wurde das Thier an den bezeichneten Stellen erfasst und mit der Pincette tüchtig gequetscht, so wand es sich zunächst immer vor Schmerz und suchte zu entkommen. krümmte sieh aber alsbald zusammen, schloss krampfhaft die Augen, und verblieb einige Zeit erstarrt und regungslos in der angenommenen Stellung —