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Ideen zu einer Lehre vom Zeitsinn,
[Wiener akadem. Sitzungsberichte 1857 und Moleschott Untersuchungen etc. V. Bd.]
Der Begriff der Geschwindigkeit ist bisher noch fast gar nicht in das Gebiet der physiologischen Untersuchung gezogen worden, obschon es keinem Zweifel unterliegt, dass wir nicht bloss das räumliche Nebeneinander, die Grösse und die Bewegungen der Gegenstände, sondern auch den Grad der Geschwindigkeit dieser letzteren geradezu sinnlich wahrnehmen1 .
Zur völlig befriedigenden Ausfüllung dieser fühlbaren Lücke in der Lehre von dem Mechanismus unseres sinnlichen Wahrnehmungsvermögens müsste jedoch die physiologische Experimental - Untersuchung über die sinnliche Wahrnehmung von Geschwindigkeiten, ganz allgemein gehalten, d.h. auf den Zeitsinn als einen neu zu de-finirenden »Generalsinn« im Sinne Weber’s2} ausgedehnt werden.
Als klassisches Vorbild einer solchen Experimental-Untersuchung würde ich E. H. Weber’s allbekannte und anerkannte Untersuchungen über den Raumsinn . . . etc. bezeichnen, und hätte auch schon längst die Absicht, den Zeitsinn in ähnlicher Weise physiologisch zu bearbeiten, wie Weber den Raumsinn, auszuführen versucht, wenn ich nicht durch mancherlei ungünstige äussere Umstände daran verhindert worden wäre und noch verhindert würde.
Wenn ich mir nun nichtsdestoweniger erlaube, die vorliegenden Andeutungen zu veröffentlichen, so finde ich dafür nur darin eine Entschuldigung, dass die mitzutheilenden Gedanken, Versuche und Vorschläge zu Versuchen, so fragmentarisch dieselben auch sind, wohl im
1 Vergl. Ludwig: Lehrbuch der Physiologie. Bd. I, S. 259.
- Vergl. L. H. Weber: »Ueber den Raumsinn« in den Berichten der königl. sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften. 1S52, S. 85—87.
Czermak, Schriften.
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