﻿434 Beiträge zur Kenntnis» der Beihilfe der Nerven zur Speichelsecretion.
seplis-Akademie gemeinschaftlich mit Prof. Ludwig und vor Kurzem auch wieder im Krakauer Institute mit Dr. von Piotrowski eine neue Reihe von einschlägigen Versuchen angestellt^ habe, die zwar noch lange nicht als abgeschlossen zu betrachten sind und mich desshalb auch noch fortwährend beschäftigen, die aber doch schon keinen Zweifel mehr übrig lassen, dass die aus irgend einem Grunde im Gange befindliche Speichelsecretion aus der Gl. submaxillar is beim Hund durch elektrische Reizung des Halstheiles des Sjmpathicus unter gewissen Umständen in kurzer Zeit auffallend verlangsamt, ja selbst gänzlich zum Stehen gebracht werden könne.
Hinsichtlich der Ausführung meiner letzten Versuche will ich Folgendes bemerken :
In den Ausfülirungsgang der Gl. submaxillaris wird ein kleines Röhrchen eingebunden, an welches eine längere graduirte Glasröhre von der Dicke eines Gänsekieles leicht angesteckt werden kann.
An der Eintheilung dieser in fast horizontaler Richtung fixirten Steigrohre kann mau den jeweiligen Stand der Speichelsäule genau ablesen. Ist die Steigrohre voll, so wird sie entfernt, entleert, und dann wieder angesteckt.
Die Reizung der Nerven geschieht auf elektrischem Wege vermittelst zweier von derselben Säule getriebener1 Du Bois’scher Inductionsapparate, von denen der eine nur mit dem Drüsenaste des N. lingualis, der andere nur mit dem Halstlieile des Sympathicus durch seinen Reizträger in Berührung ist.
Als Reizträger empfehlen sich hier wie überall, wo es sich um eine möglichst isolirte elektrische Reizung lebender Nerven handelt jene einfachen Apparate, welche neuerlich in Ludwig's Laboratorium gebraucht werden.
Sie bestehen aus zwei Platindrähten, die auf einer biegsamen, nicht leitenden, bandartigen Unterlage befestigt, bequem durch an-gelöthete durchbohrte Kupfercylinder mit den Leitungsdrähten des Inductionsapparates in Verbindung zu setzen sind. Sie haben den grossen Vortheil, dass sic leicht unter dem eine kurze Strecke weit frei präparirten Nerven durchgesteckt, dann umgebogen und sammt dem von ihnen umgriffenen Nerven in die Tiefe der Wunde, welche man schliesslich zunäht, zurückgeschoben werden können, so dass die Nerven, vor schädlichen äusseren Einflüssen geschützt, unter mög-
1 Es versteht sich von selbst, dass nur einer der Unterbrecher in Thätigkeit belassen, der andere durch Herabdrehen der Stellschraube festgestellt wird.