﻿436 Beiträge zur Kenntniss der Beihilfe der Nerven zur Speichelseeretiou.
gereizt werden, ist es möglich die Speiehelsecretion aus der Gl. submaxillar is einzuleiten.
In weitaus den meisten Fällen ist das Steigen der Speichelsäule nur unbedeutend und hört dann auch fast immer schon nach sehr kurzer Zeit, trotz fortdauernder Reizung, gänzlich oder fast gänzlich auf, beginnt aber manchmal nach Unterbrechung der Reizung von selbst wieder.
Nur bei einem einzigen Hunde veranlasste die Reizung des Sympathies wiederholt ein sehr beträchtliches continuirliches Steigen der Speichelsäule, ähnlich wie die Reizung des Drüsenastes vom .V. lingual is.
Spätere Versuche werden die Bedingungen, unter welchen solche scheinbare Ausnahmsfälle eintreten. zu ermitteln haben.
Bei der Reizung des Sympathies erweitert sich zugleich, bekanntlich, die Pupille, und es gehen beide Erscheinungen Pupillenerweiterung und Speiehelsecretion) meist Hand in Hand, doch habe icli mich überzeugt, dass zuweilen die eine ohne die andere auftritt.
2. Durch Reizung des-Drüsenastes vom N. lingual is wird nach Ludwig’s glänzender Entdeckung eine in der Regel überaus wpiöse Speichelabsonderung eingeleitet und die Flüssigkeit schreitet sehr rasch und continuirlich in der graduirten Steigrohre fort. doch steigt die Speichelsäule nicht immer mit gleichförmiger Geschwindigkeit, sondern erfährt zuweilen eine beträchtliche Verlangsamung oder Beschleunigung ihrer Bewegung, was sich unmittelbar aus der Betrachtung einiger schon von Ludwig mitgetheilten Curven ergibt.
Ludwig schob diese Unregelmässigkeiten auf die Mangelhaftigkeit seiner damaligen Reizungsmethode. Meine weiter unten mitgetheilten Erfahrungen scheinen jedoch ein ganz anderes Licht auf diese Erscheinung zu werfen; namentlich da sich in jenem Drüsenaste vom Lingualis auch sympathische Fäden, und in der Drüse selbst Ganglienkugeln finden.
In seltenen Fällen erscheint die Speiehelsecretion bei Reizung des Drüsenastes vom N. lingualis auffallend gering, oder bleibt auch völlig aus.
Ein solcher Fall war es, der mich zur Entdeckung der »Hemmungs-Erscheinungen« bei Reizung des Sympathicus führte.
Ich hatte am 23. Jänner laufenden Jahres die gewöhnlichen Vorbereitungen zu den Versuchen über Speiehelsecretion getroffen, hatte aber denVersuch mit der Reizung des Sympathicus, statt wie sonst mit der des Drüsenastes vom N. lingualis, begonnen und sah nun zu meinem grossen Erstaunen, dass auf Reizung des Drüsenastes vom •V. lingualis, welche unmittelbar nach Unterbrechung der Sympathicus-