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Ueber das Aocommodationsphospben.
Anstrengung für’s Nahesehen plötzlich nachlässt, wo also das Auge wieder fernsichtiger wird, so ergibt sich die wichtige Folgerung, dass eine jener, durch die Accommodation für die Nähe gesetzten Veränderungen mit solcher Trägheit in dem der Ruhelage seiner Theile zustrebenden Auge verschwindet, dass eben hierdurch die momentane Zerrung der Gegend der Ora serrata im plötzlich abgespannten Auge veranlasst wird, welche sich als das beschriebene Phosphen subjectiv sichtbar macht.
Ueberlegt man, welches diese Veränderung sein kann, so findet sich meines Erachtens keine andere, als die durch die Ckameb-Helm-HOLTz’schen Untersuchungen ermittelte Gestaltveränderung der Linse, nämlich ihr mit der Verkleinerung der Krümmungshalbmesser verbundenes Dickerwerden in der Richtung der optischen Axe.
Die Gestaltveränderungen der Linse lassen sich aber auf Sagende Weise ungezwungen mit dem Accommodationsphosphen in einen cau-salen mechanischen Zusammenhang bringen.
Beim Nahesehen wird, namentlich durch die Wirkung des Tensor chorioideae Br., die Zonula abgespannt, indem die Aderhaut sammt der Retina (bis in deren Ora serrata bekanntlich die Fasern der Zonula zu verfolgen sind) etwas nach vorn gezogen wird.
Die Linse nimmt dann, ledig des abplattenden Druckes der Blätter der Zonula, die convexere und dickere Gestalt an, welche der natürlichen Gleichgewichtsform der Linsenmolekel entspricht. (Helmholtz) .
Hört nun plötzlich die Wirkung des Tensor u. s. w. auf, so kehren alle durch dieselbe verschobenen Theile in ihre frühere Lage zurück. Indem aber die Retina ihren alten Lagerungsverhältnisseu zustrebt, muss sie in der Gegend der Ora serrata durch die daselbst inniger, als die übrige Glashaut mit ihr verschmolzene Zonula, welche in Folge der etwas träge weichenden Convexität und Dicke der Linse plötzlich und heftig gespannt wird, local gezerrt werden — und das ringförmige Phosphen in dem von mir angegebenen Momente der Accommodations-bewegung vermitteln.
In so weit nun die gegebene Erklärung des Accommodations-phosphens befriedigend erscheint, dürfte wiederum die Existenz dieser Lichterscheinung als ein neues Argument für die Richtigkeit oder mindestens für die Wahrscheinlichkeit des in seinen Grundzügen angedeuteten Accommodations-Mechanismus, namentlich der beiden von Helmholtz urgirten Momente sprechen, 1. dass die Gleichgewichtsform der Linse jene ist, für welche der äquatoriale Durchmesser und die Krümmungsradien der vorderen und hinteren Fläche der Linse die