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lieber reine und nasalirte Vocale.
[Wiener akademische Sitzungsberichte, Bd. XXVIII, 1838.]
Herr Prof. Kudelka bezweifelte in seiner neuesten Abhandlung’) die schon von Kempelen richtig erkannte, von Brücke u. A. bewiesene allgemeine Kegel, dass die Gaumenklappe bei den reinen Vocalen luftdicht geschlossen ist. Auch meine neueren Ermittelungen »Uber das Verhalten des weichen Gaumens beim Hervorbringen der reinen Vocale«1 2 3) haben ihn nicht eines Besseren belehrt, da sie die Existenz jener Kegel, wie natürlich , als etwas allgemein Anerkanntes voraussetzen, und die Fühlhebelversuche in der That nicht geeignet sind und auch nicht zu diesem Zwecke angestellt wurden, das Vorhandensein eines luftdichten Gaumenverschlusses zu erweisen, während die Wasserinjectionen, welche H. Kudelka übrigens bequem findet ganz zu ignoriren, die fraglichen Theile —wie ich selbst angedeutet liabe:!) — unter etwas unnatürliche Verhältnisse setzen.
Da H. Kudelka keine Thatsache, sondern nur ein unbrauchbares Experiment4) zur Widerlegung der alten richtigen Ansicht und zur Unterstützung seines Irrthums beibringt, so könnte sein Zweifeln an einer längst feststehenden Sache füglich unberücksichtigt bleiben; allein Brücke hat vollkommen Recht, wenn er meint, » dass man den Hunderten, welche sich in unserem Zeitalter mit den Sprachlauten befassen, ja gelegentlich über die Entstehung derselben schreiben, den Weg zeigen solle, durch einfache Versuche und leichte Kunstgriffe sich selbst eine Ueberzeugung zu verschaffen .... damit im Gebiete der
1	»UeberH. Dr. Brücke’s Lautsystem« Sitzungsber. Bd. XXVIII, 1858.
2	Sitzungsber. Bd. XXIV, S. 4, 1857.
3	L. c. S. 6.
4	S. dessen kritische Beleuchtung in Brücke’s »Nachschrift« zu Kudelka’s Abhandlung S. 91.