﻿Der Kehlkopfspiegel.
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I.
Historisches.
Die naheliegende Idee, den Kehlkopf lebender Menschen vermittelst eines langgestielten, in den Schlund eingebraehten Spiegelchens in physiologischer und pathologischer Beziehung zu untersuchen, ist nicht neu.
Schon in den dreissiger Jahren des Jahrhunderts scheint man in Frankreich verschiedene vergebliche Versuche zur Realisirung dieser Idee angestellt zu haben: doch ist es erst der Engländer Listön 1 , der, 1S40 einer wirklichen, erfolgreichen Anwendung des Kehlkopfspiegels zu me dicini sch en Zwecken Erwähnung thut. Die unten eitirte Stelle lässt darüber wenigstens keinen Zweifel, dass in England schon vpr mehr als 20 Jahren ein lauggestieltes, vorher erwärmtes Spiegclchen angewendet wurde, um gewisse pathologische Veränderungen im Larynx zu sehen und dass dies zuweilen wirklich gelungen sei.
Im Jahre IS55 hat der Spanier Manuel Gakcia 1 2 3 seine schönen mit dem Kehlkopfspiegel angestellten Beobachtungen über Stimmbildung publicirt. Garcia ist der Erste, welcher das Instrument mit glänzendem Erfolg zu physiologischen Zwecken benutzt und eine genaue Beschreibung der vermittelst desselben sichtbaren Theile und ihrer Bewegungen geliefert hat.
Vor und nach Garcia hat man an verschiedenen Orten die Speeu-lirung des Kehlkopfs versucht — aber immer wieder entmuthigt, auf sieh beruhen lassen, ohne die Tragweite dieser Explorationsmethode genügend gewürdigt und die allgemeine Aufmerksamkeit energisch und öffentlich auf dieselbe gelenkt zu haben.
So der 1S54 verstorbene Dr. Avery in London, welcher sich jahrelang mit Versuchen, den Kehlkopf und andere verborgene Körpertlieile dem Auge des Arztes zugänglich zu machen, beschäftigte.
1	Practical Surgery with 50 engravings on wood by R. Liston, Esq. London I Sin, p. 417; » Vicerated glottis. — The existence of this swelling may often he ascertained by a careful examination with the finger ; and a view of the parts may be some times obtained by means of a speculum — such a glass as is used by dentists on a long stall;, previously dipped in hot water, introduced with its reflecting surface downwards, and carried we/l into the fauces«.
2	^Observations on human voice«. Philosoph. Magazine and Journal of Science. Vol. X p. 218 und Gazette hebdom. de méd. et de chir. 10. Nov. 1855. X. 40.
3	Diese Xotiz verdanke ich seit Herbst 1800 der gefälligen Mittheilung der Herren Weiss & Son in London ; dieselbe wurde mir 1 S(i2 von einem Freunde und