﻿Der Kehlkopfspiegel.
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eigener, sehr compendiöser stereoskopischer Apparat, welcher von den gewöhnlichen Stereoskopen darin wesentlich abweicht, dass bei demselben die Deckung der Bilder weder durch Prismen oder prismatische Linsen, noch durch Spiegel u. dgl. bewerkstelligt wird, sondern, wie beim freien stereoskopischen Sehen, durch unmittelbare Einstellung der Augenaxen auf die einzelnen Bilder, aber unter künstlicher Correction des Aecommodationszustandes der Augen vermittelst Lonpen oder einfacher Mikroskope.
Ich nenne desshalb den Apparat das » Mikrostereoskop. « Zur Erläuterung desselben erlaube ich mir noch folgende beiläufige Bemerkungen hinzuzufügen.
Bekanntlich ist jeder Geübte imStande, ohne irgend eine Vorrichtung die stereoskopischen Doppelbilder in der Art zu fixiren, dass sie sich decken und dass sie — wie bei der Betrachtung durch ein Stereoskop — den vollen plastischen Effect erzeugen.
Dies geschieht in der Weise, dass man den Dnrchkreuzungspunkt der Augenaxen in eine entsprechende Entfernung vor oder hinter die Bildebene verlegt.
Dabei kann man aber — da sich der Accommodationsapparat der Augen unwillkürlich für jene Entfernung einstellt, in welcher sich der Durchkreuzungspunkt der Sehaxen befindet — die Bilder nicht eher ganz deutlich sehen, als bis es gelingt, den gesetzmässigen, gewohnten Zusammenhang zwischen Accommodation und Convergenz-winkel der Sehaxen1} zu zerreissen und in dem ersten Fall für eine grössere, in dem zweiten für eine kleinere Distanz zu accommodiren als jene ist, für welche sich die Augen bei dem gegebenen Convergenz-winkel unwillkürlich einstellen würden.
Die Hauptschwierigkeit dieses freien stereoskopischen Sehens liegt eben in der willkürlichen Trennung des functioneilen Zusammen-
1 Als mathematischen Ausdruck für diesen functionellen Zusammenhang habe ich in meinen physiologischen Studien % Sitzungsber. 1S54, Bd. XII, S, 322, § 3) die Formel entwickelt :
d -g ! — r d — l + »') 4 r-l
K
sin
u ist der Convergenzwinkel der Augenaxen, d = Abstand der Drehpunkte von einander, l = Entfernung, für welche das linke, r = Entfernung, für welche das rechte Auge accoimnodirt ist.
Für den speciellen Fall, wenn der Kreuzungspunkt der Sehaxen in der Medianlinie liegt, so dass l = r ist, nimmt der obige Ausdruck eine sehr einfache Form an, nämlich :