﻿Der Kehlkopfspiegel.
553
»Was aber dem Hha und dem Ain gemeinsam ist«, bemerkt Brücke hierzu 1. c. S. 11 , »kann nicht im Zustande der wahren Stimmbänder liegen, denn iw ist tönend, Hha ist tonlos «, und schlosst scharfsinnig weiter: »die wesentliche Veränderung (für das Ain muss also in dem Raum zwischen den wahren, d. h. unteren Stimmbändern und dem Kehldeckel vor sich gehen. «
Nach meinen directen Beobachtungen ist nun Wallin's richtige Angabe nur etwas anders zu formuliren, um mit Brücke’s Bemerkung in erwünschten Einklang zu kommen, nämlich so : Das Ain wird hervorgebracht, »wenn man das Hha. den heiseren Ton, tönend macht«, statt .... »wenn man zum Hha die Stimme tönen lässt.« Das Hha verhält sich eben zum Ain, wie die Flüsterstimme zum lauten Stimmritzenton.
Ferner hebt Purkyxk als feiner Beobachter hervor, das Ain habe keinen eigentlichen Ton zur Begleitung, und wenn etwas dergleichen vernommen werde, so lasse sich dieses durchaus nicht mit dem reinen Vocalton vergleichen.
Der gewöhnliche Ton der Stimme kann auch in der That beim Ain nicht rein gehört werden, da das eigenthümliche dieses Lautes, wie ich zeigte, durch die tönenden Schwingungen der Schleimhautränder. nicht der Glottis vera, sondern gewisser Stellen der Glottisähnlich geschlossenen Fissura luryngea bedingt ist.
Wird der Ton des Ain unterdrückt, so verfällt man bekanntlich sofort in ein sehr heiseres Hha : gerade so und aus demselben Grunde, wie die vox clanclestina aus der lauten Stimme entsteht, wenn man die zum Tönen verengte Glottis zu einer »Enge« von grösserem Durchmesser erweitert.
Endlich mag noch folgende Stelle von Brücke’s »Grundzügen ...« S. 12 hier Platz finden: »Es liegt nahe, anzunehmen, dass die schon von Purkyxk vermuthete Mitwirkung der falschen Stimmbänder für das Ain in einer Verschliessung der oberen oder falschen Stimmritze bestehe, so dass dieser Verschluss von dem Luftstrom periodisch durchbrochen wird, ähnlich wie dies beim Zitterlaute der Lippen mit dem Verschlüsse dieser geschieht. Auch diesen Zitterlaut kann man in ein Knarren verwandeln, wenn man die Lippen stärker gegen einander presst«1 .
Setzen wir vervollständigend statt »falsche Stimmritze« — dreispaltige Fissura laryngis, und nebst »falsche Stimmbänder« —
1 Vgl ferner die Parallele der Kehlkopf- und der Lippenlaute hei Brücke a. a. O. S. 101.