﻿Der Kehlkopfspiegel.
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Bruder die traurige Erbschaft dieses Uebels, während ihre beiden altern Schwestern keine Spur desselben tragen. Bis zu ihrem 7. Jahre einer vollkommenen Gesundheit sich erfreuend, wurde sie dann von einem Husten befallen, der über ein volles Jahr dauerte. Von da an zeigten sich wiederholte Drüsenanschwellungen an verschiedenen Theilen des Körpers, die sich nach kurzer Zeit zertheilten ; die Anschwellung der Mesenterialdrüsen, die durch 5 Jahre den Umfang des Unterleibes bedeutend ausdehnten, dauerte jedoch bis zum vorigen Jahre.
Im Sommer desselben Jahres wurden allmählich beide Ellenbogengelenke steif, erhielten aber unter dem Gebrauche der Ofner Schlammbäder . . . etc. ihre Beweglichkeit wieder. In ihrem 16. Lebensjahre erschien die Menstruation, seither mit mancher Unterbrechung und stets spärlich fliessend.
Mit dieser Entwicklung nahm auch die des ganzen Körpers schnell und merklich zu, und ihre wachsende Kraft und Fülle boten einen erfreulichen Anblick. Doch hatte diese Entfaltung ihrer körperlichen Keife leider nicht auch das Erlöschen ihres constitutionellen Leidens zur Folge, denn im Sommer 185S schwollen ohne alle Veranlassung die Submaxillardriisen zu einem sehr beträchtlichen Volumen an, und es eröffnete sich im Monate März daselbst eine gürtelförmige Keihe skrofulöser Geschwüre. Im April begann der Larynx allmählich anzu-sehwellen und in seinen Contouren am Halse vorzutreten. Beim Drucke war der Larynx wenig empfindlich, die Fauces zeigten weder Röthe noch Geschwulst, Fieber stellte sich nicht ein, die Stimme, welche sonst schwach war, wurde umflort. Im nächsten Monat nahm die Schwellung des Larynx sichtlich ab, und bald erreichte er seine natürliche Grösse und Lage wieder, wie er auch beim Drucke unschmerzhaft wurde; die Heiserkeit wich jedoch nicht, sondern ging successive in Aphonie über.
Im Monat September wurde das Athmen etwas mühsam. In- und Exspiration waren laut hörbar und des Nachts so schnarchend, dass sie ihre Zimmergenossin im Schlafe störte.
Seit dem 24. September wurde die Dyspnoe so empfindlich, dass die Lage der Patientin bedenklich wurde. Der Larynx war beim Drucke wieder schmerzhaft, der Schlaf wegen eintretender Beklemmung unmöglich, jede körperliche Bewegung den Rhythmus der Respiration störend, beängstigend.
Am 4. October Abends trat ein Erstickungsanfall von bis dahin ungekannter Heftigkeit ein, der sich um 3 Uhr des Morgens wiederholte und Herrn Dr. Porges die schon lange genährte Ueberzeugung aufdrängte, dass nur noch die Laryngotomie hier retten könne.