﻿Der Kehlkopfspiegel.
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Am 5. October 1858 um 1 Uhr wurde diese von Herrn Dr. Purges trotz des Abrathens einiger zum Consilium beigezogener Collegen vor-gesehlageue und aufrecht erhaltene Operation durch Herrn Prof. v. Ba-lassa. an der auf dem Operationsstuhl asphyktisch zusammensinkenden Patientin mit gewohnter Virtuosität ausgeführt. und die Patientin unter Einleitung der künstlichen Respiration wieder zum Bewusstsein gebracht.
Seither lebt die Patientin und befindet sich verhältnissmassig sehr wohl. nur ist die Laryngostenose in vollständige Verschliessung des Luftweges übergegangen, so dass Patientin nicht im Stande ist. die geringste Menge Luft durch den Larynx zu pressen. wenn die äussere Oeffuung der (,’anüle. durch welche sie atlimet. zugehalten wird.
Es handelte sich nun zunächst darum, den Sitz der Verschliessung des Luftweges und überhaupt die pathologischen Veränderungen im Larynx genauer zn ermitteln, um wo möglich die Behandlung des Allgemeinleidens durch ein locales therapeutisches Verfahren am Larynx zu unterstützen : desshalb wurde die laryngoskopische Untersuchung gewünscht.
Meine ersten Versuche, in den Larynx vermittelst des Spiegels hineinzusehen, misslangen, theils weil die Stellung des Kehldeckels den Einblick hinderte, theils weil die Patientin die Berührung der Rachentheile mit dem Laryngoskop nicht lange genug ertrug. Um den letzteren Uebelstand zu beseitigen, hinterliess ich der Patientin einen Kehlkopfspiegel mit der Weisung, sich denselben selbst oder von ihrem Arzte recht oft in den Schlund einführen zu lassen, um sich an die Berührung mit diesem fremden Körper zu gewöhnen. Nach etwa I 1 Tagen war die Empfindlichkeit in der That so weit abgestumpft, dass ich die laryngoskopische Untersuchung mit Erfolg vornehmen konnte, nachdem es mir auch noch gelungen war, die Patientin durch plötzliches tiefes Inspiriren obschon es natürlich nicht durch den unwegsamen Larynx, sondern durch die Canüle geschah . durch die Intention hohe Töne und den Laut <7 hervorzubringen etc., zur Hebung ihres Kehldeckels zu vermögen.
Es bot sich mir folgendes Bild, welches ich in Fig. 16 u skizzirt habe. Die falschen Stimmbänder waren etwas angeschwollen, geröthet aber leicht beweglich, indem sie einander bis zur gegenseitigen Berührung in der Medianlinie rasch genähert und auch wieder so weit von einander entfernt werden konnten, dass die in verticaler Richtung etwas verengten Venir. Morgagni und die wahren Stimmbänder deutlich zum Vorschein kamen.
Die wahren Stimmbänder zeigten eine nahezu normale weissliche