﻿Der Kehlkopfspiegel.	567
befinden sieh seit der Operation von selbst im Schmelzen begriffene eiterige Ablagerungen.
/'ist ein stark vorspringender pathologischer Wulst, wslcher etwa in der Höhe des hinteren Theiles des linken Taschenbandes liegt, und sieh nach aussen und vorn verliert ; bei der Untersuchung durch den Pharynx wegen der Stellung des angeschwollenen Kehldeckels nicht deutlich als solcher wahrnehmbar.
e list die untere Fläche der nach hinten und oben aufsteigenden Epiglottis. Oie Venir. Morgagni sind bei dieser Anordnung der Theile nicht sichtbar. Zwischen den freien Bändern der Epiglottis und des rechten Arytaenoidknorpels bleibt eine Oeffnung, bei der Projection der Theile von dem pathologischen Wulst und dem rechten Stimmbande seitlich begrenzt, durch welche man hoch bis in den Pharynx hinauf sehen kann.
Während ich durch diese Oeffnung in den Pharynx hineinblickte, Hess ich die Patientin den Mund öffnen, und Herr Or. Bökai, Director des hiesigen Pester. Kinderspital es. welcher öfter anwesend war, wenn ich untersuchte, überzeugte sich, dass die Pharynxwand durch die von unten eingedrungenen Lichtstrahlen in der That beleuchtet wurde.
Bei dieser Gelegenheit will ich erwähnen, dass mir Herr Dr. Se-.ueledek in einem Schreiben vom 17. März (1859) mittheilte : »dass er jüngst bei Versuchen am Cadaver, wo die Laryngotomie im Lig. crico-thyr. med. gemacht war, bei starkem Rückwärtsbeugen des Kopfes der Leiche das Bild der Wunde im Kehlkopfspiegel gesehen und einen Lichtkegel durch die Wunde am Halse herausgeleitet habe. »Interessant war es mir, die zum Tönen verengte Glottis von unten her zu beobachten. Fig. 19. 2 gibt ein Bild derselben. Forderte ich nämlich die Patientin auf, den freilich erfolglosen Versuch zu machen, die Stimme anlauten zu lassen, so schlugen die Ränder der Stimmbänder sofort gegeneinander und begrenzten eine sehr enge längliche Spalte oder eigentlich Furche, welche wegen der noch vorhandenen, wiewohl schon massigen Schwellung und Wulstung der Stimmbänder keineswegs vollkommen geradlinig und gleichmässig schmal erschien. Dem entsprechend war aber auch die beim Zuhalten der Athmungscanüle erzeugte Stimme sehr heiser und schwach.
Einige Wochen später jedoch, nachdem die Schwellung der Schleimhaut im Larynx beträchtlich abgenommen und die Stimme sich fast bis zur Norm gebessert hatte, zeigte auch die zum Tönen verengte Glottis reine, geradlinige Umrisse, und es traten jene Knickungen der Stimmbänder deutlich auf, welche durch die Bewegungen der Proc.