﻿Dor Kehlkopfspiegel.	57 1
abnorme Vcrhältniss ist in diesem Falle offenbar der nächste Grund der Aphonie.
Bei tiefer Inspiration öffnet sich die Stimmritze auf normale Weise und in normaler Weite, und es gelang mir unter den günstigen Bedingungen dieses Falles'gespaltenerGaumen, Unempfindlichkeit; durch die ganze Trachea bis an das Ende (Bifurcation derselben hinabzublicken. (Ueber die topische Behandlung des Pat. s. unten S. 572).
Siebenter Fall.
Am 26. Januar 1S59 untersuchte ich auf Veranlassung des Herrn Prof. v. Balassa den Kaufmann Herrn I. R., 32 Jahre alt, welcher vor IS Monaten an einem heissen Sommertage, angeblich nach einer heftigen Gemüthsaufregung und reichlichem Genuss von kaltem Wasser plötzlich von einem heftigen Bluthusten befallen worden war. in Folge dessen sich Heiserkeit und Husten ohne Blutauswurf einstellten. Seit S Monaten ist der Kranke aphonisch und athmet mit vernehmlichem Reibungsgeräusch im Kehlkopf. Hie Inspiration ist mehr oder weniger erschwert.
Die laryngoskopische Untersuchung ergab Stenosis und Insuffi-eienz der Glottis ; erstere bedingt durch eine höchst beträchtliche Infiltration und Anschwellung der die Arytaenoid-Knorpel umhüllenden Schleimhaut, in Folge deren die Beweglichkeit und namentlich das Auseinanderweichen der Arytaenoid-Knorpel und der Proc, vocales bedeutend beschränkt wird; letztere theils durch die mechanisch beschränkte Beweglichkeit der Th eile, theils durch unregelmässige Auskerbungen an den Rändern der weisslickgrau gefärbten wahren •Stimmbänder bes. reckterseits).
Die Glottis kann nur auf wenige Millimeter im queren Durchmesser erweitert werden (Stenosis), während der Verschluss derselben ohne besondern Kraftaufwand kein vollkommen luftdichter ist Insuffi-cientia . Patient kann aus letzterem Grunde nur mit grosser Anstrengung und auf sehr kurze Zeit die Luft im Thorax comprimiren, da dieselbe durch die Glottis entweicht.
In Fig. 23 habe ich das laryngoskopische Bild skizzirt, welches den Theilen entspricht, wenn die Glottis etwas über die Hälfte ihres möglichen Querdurchmessers erweitert ist. Die prall angeschwollene Schleimhautfalte, welche die Arytaenoid-Knorpel einschliesst, ist stark geröthet, desgleichen die ebenfalls angeschwol-