﻿Der Kehlkopfspiegel.
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Taschenbändern selbst touchirt, so dass über die Ausführbarkeit dieser Manipulation nicht nur kein Zweifel mehr obwalten kann, sondern dass man in Zukunft die Aetzung u. dgl. des Kehlkopfes nicht mehr ohne den Spiegel wird ausführen dürfen, da man nur auf diese Weise der Hand immer wenigstens die passende Richtung geben und meist ganz sicher sein kann, in den Kehlkopf und zu bestimmten Punkten desselben zu gelangen und nicht wie dies bisher in so vielen Fällen ohne Wissen geschehen ist, den Kehldeckel niederzudrücken und bloss dessen vordere Fläche und den Schlund zu ätzen, es dem günstigen Zufall überlassend, ob etwas in den Larynx hineinkommt oder nicht.
Beiläufig muss ich erwähnen, dass die Aphonie dieses Patienten dessen falsche Stimmbänder ich auf diese Weise behandelte, sich, freilich nur vorübergehend, gebessert hat, so dass er bei einiger Anstrengung nach jahrelanger Stimmlosigkeit ganz laute Töne hervor-stossen konnte. Auffallend ist, dass bei diesem und anderen Patienten das Touchiren sonst so empfindlicher Theile einen so geringen Hustenreiz hervorruft, dass man glauben könnte, sein Ziel verfehlt zu haben, wenn man den Aetzmittelträger nicht in den Kehlkopf ein-dringen und hernach die weissen Schorfe auf den Taschenbändern u, s. w. sitzen sähe.
Von den sehr zahlreichen pathologischen, laryngoskopischen Befunden, welche ich durch die Freundlichkeit meiner geehrten Collegen namentlich in Pest 1859: zu beobachten Gelegenheit hatte, hatte ich für die erste Auflage dieser Schrift noch die folgenden dreizehn ausgewählt.
Achter Fall.
Am 5. Februar JS59 untersuchte ich ein junges Frauenzimmer, welches sich I—2 Tage vorher in Folge einer heftigen Erkältung eine an Aphonie grenzende Heiserkeit verbunden mit heftigem Schmerz im Halse, zugezogen hatte.
Trotz der grossen Fnruhe und Ungeschicklichkeit der Person gelang es mir unter Anwendung einer Zungenspatel, mit welcher ich die Zunge nicht nur niederdrückte, sondern auch von hinten nach vorn zu schieben suchte, einen vollständigen Einblick in den Kehlkopf und den Anfang der Trachea zu gewinnen. Der ganze Schleimhautüberzug des Kehlkopfes bot einen in seiner Art prächtigen Anblick dar, indem die oberflächlichen Gefüssramifieationen überall stark mit Blut injicirt waren und von dem gelblichen Grunde aufs zierlichste abstachen. Auf Anrathen eines anwesenden Collegen touchirte ich den Kehlkopf mit einem in Glycerin getauchten Schwämmchen.