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Der Kehlkopfspiegel.
Neunter Fall.
E. S., ein junger Kaufmann, hatte sich angeblich esc oseulo ein syphilitisches Ulcus an der Unterlippe zugezogen. Einige Zeit darauf spürte er Schmerz auf der linken Seite im Kehlkopf. Am 7. Juni 1859 untersuchte ich ihn laryngoskopisch. Es fand sich eine starke Köthnng der Schleimhaut und linkerseits am Ursprung des Taschenbandes vom Arytaenoidknorpel ein etwa hanfkorngrosses mit speckigem Eiter belegtes Ulcus. Dasselbe wurde mit Lapis zu touchiren versucht — doch nur unvollständig getroffen. Bei geeigneter allgemeiner Behandlung bewerte sich dasselbe zwar sichtlich, aber um den 20. Juni bekam der Patient plötzlich einen Anfall von Haemoptoë. Als ich ihn wenige Stunden nach diesem Anfalle untersuchte, war die vordere Tracheal-wand bis zur Cartilage> ericoidea herauf noch mit einer dünnen Schichte geronnenen Blutes überzogen.
Zehnter Fall.
M. E., ein Knabe von 14 Jahren, welcher seit langer Zeit eine stets leicht umflorte Stimme hat, oft unangenehme Empfindungen im Larynx verspürt, und häufigen Erkältungen unterworfen, sonst aber gesund ist, wurde von mir am 4. Mai 1859 laryngoskopisch untersucht. M enu ich den Befund hier mittheile, so geschieht es nur, Avcil bei diesem Knaben ungewöhnlich leicht eine überaus vollständige Ansicht der ganzen hinteren Fläche der Epiglottis und des Insertionspunktes der 4 Stimmbänder erzielt wurde (vgl. Fig. 24 . Uebri-gens ergab die Untersuchung eine Köthung und Schwellung der Taschenbänder (oberen Stimmbänder g so dass diese, abnormer Weise, beim Tönen der Stimme sich fast berühren. Daher stammt auch die Umflorung der Stimme und bei der leichtesten katarrhalischen Affection der Verlust der Stimme. Gerade am Insertionspunkte der 4 Stimmbänder und der Epiglottis fand sich eine kleine stark injicirte gelbliche Stelle in der Schleimhaut.
Oefteres Touchiren der gewulsteten Taschenbänder mit Lapis in Solution und Substanz ergab keine wesentliche Besserung des Zustandes.
Elfter Fall.
A.K.. eine seit zwei Jahren stimmlose Frau, welche früher mit syphilitischen Ulcéra am weichen Gaumen behaftet war. wurde von mir am 2(i. April 1859 untersucht. Die beistehende Skizze Fig. 25 zeigt den Sitz eitergelber Knoten in der gerötheten Schleimhaut des