﻿Der Kehlkopfspiegel.
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»Spiegel hingegen ergab sofort als Grund sämmtliclier Krankheitser-seheinungen das Vorhandensein einer grossen unregelmässigen höckerigen Neubildung von weisslicher Farbe, welche reehterseits aufsitzend mehrere Linien weit in das Lumen des sonst normalen Kehlkopfs vorsprang. Die verhältnissmässige Grösse der Polypen und die Breite seiner Basis erlaubten mir in diesem Falle nicht mit voller Sicherheit zu ermitteln, ob derselbe aus dem wahren oder aus dem falschen Stimmbande oder zwischen beiden Stimmbändern der rechten Seite hervorsprosste, doch war mir ersteres das wahrscheinlichste.1
2 Am 7. Novbr. 1861 kam Hr. J. B., Ordenspriester allliier, ein sonst gesunder kräftiger Mann von 52 Jahren zu mir, welcher seit 2 Jahren an einer Heiserkeit leidet, die ihn in seinem Predigerberufe hindert und keinem der zahllosen Mittel weichen wollte, welche von ihm gebraucht worden waren.
Er gab an, früher niemals krank gewesen und erst vor zwei Jahren nach einer Anstrengung seines Stimmorgans ganz plötzlich von einem momentanen Schmerz und Kitzel im Kehlkopf befallen worden zu sein.
Von dieser Zeit an habe sich die Heiserkeit rasch entwickelt und zur völligen Aphonie gesteigert, sei aber nach und nach der gegenwärtig vorhandenen blossen Umflorung der »Stimme gewichen.
Bei der Inspection mit dem Spiegel zeigte sich in dem sonst völlig normalen Kehlkopf ein rundlich höckeriger Polyp von der Grösse einer grünen Erbse, welcher mit verschmälerter Basis auf dem Bande des rechten unteren Stimmbandes, etwa am vorderen Ende des mittleren Drittels desselben aufsitzt, wie in Fig. 322, abgebildet ist.
Diese Neubildung ist nach Grösse. Sitz und Beschaffenheit vollkommen analog mit jener ersten, welche ich am 2. Januar 1859 in Pest beobachtet habe3;.
beigedruckte Skizze Fig. 32 mit dem Holzschnitt Fig. 17.
Vergl. die
Fig- »2.
1 Mit ziemlich breiter Basis auf den Taschenbändern aufsitzende unzweifelhafte Neubildungen, habe ich seither mehre aufgefunden ; und zwar bei einer jungen Frau in Paris, einer Patientin meines Freundes Ch. Fauvel und bei einem alten Weibe, welche ich in meinem Curs in King’s College Hospital, London de-monstrirte (s. Johnson in Medical Times, June 21. 18152;.
- Bei diesem und den folgenden Holzschnitten bedeutet : e Epiglottis, a e Lig. ary-cpiglotticum, a Arytaenoidkuorpel, ost oberes oder falsches Stimmband, ust unteres oder wahres Stimmband, v M Morgagni'sche Ventrikel, p Polyp.
3 Zwei weitere ähnliche Fälle habe icli im Sommer 1S02 beobachtet, den einen in London, de.i anderen im Haag in Holland.