﻿Der Kehlkopfspiegel.	5S3
grossen Anzahl von Collegen seinen Polypen mit meinem Apparate selbst zn demonstriren.
3 Am 2. Decbr. 1S61 schickte mir Hr. Prof. Blazina einen 26 jährigen Handlungseommis, B. S.j zn, welcher seit etwa l'/2 Jahren heiser ist. Die »Stimme des sonst gesunden Patienten fällt durch ihr schweres Ansprechen und ihr häufiges Umschlagen aus heiserem Krähen in rauhen Bass oder in tonloses Zischen auf.
Die laryngoskopische Untersuchung ergab sofort das Vorhandensein eines etwa erbsengrossen vollkommen kugeligen Polypen von glatter, gespannter Oberfläche und dunkler blaurötlilicker Färbung. »Seine Insertionsstelle ist abermals zwischen dem ersten und zweiten Drittel des freien Bandes des rechten unteren Stimmbandes. Vergl. Fig. 33.
Ein Eingeklemmtwerden des Polypen in die Glottis, das Aufruhen desselben auf der tönenden Glottis, wenn ihn ein starker Luftstoss em-porsclileudert und aus der Einklemmung befreit hat, ist liier wie in dem vorigen Falle leicht zu beobachten und erklärt vollständig die oben erwähnten krankhaften und unregelmässigen Erscheinungen bei der Stimmbildung.
Was die Beschaffenheit der Neubildung selbst angeht, so unterscheidet sich dieselbe auf den ersten Blick von dem vorigen Polypen, stimmt dagegen in dieser Beziehung vollkommen überein mit jenem gestielten Auswuchs, den ich oben sub IS. Fall beschrieben und in Fig. 29 skizzirt habe.
4) W. St., Kaufmann in P. in Böhmen, 25 Jahre alt, früher immer gesund, gibt an, um Ostern I860 ohne irgend eine Veranlassung, über Nacht die Stimme verloren zu haben. Keines der verschiedenen in Anwendung gebrachten Mittel gegen Heiserkeit hatte einen günstigen Erfolg. Auch eine Kur in Gleichenberg war fruchtlos versucht worden. Endlich kam der Patient selbst auf den Gedanken sich laryngoskopisch untersuchen zu lassen und wandte sich deshalb an mich. Die am 14. Januar 1862 vorgenommene Untersuchung ergab sofort das Vorhandensein mehrerer sehr bedeutender unregelmässig höckeriger Neubildungen von weisslicher Farbe im Kehlkopf s. unten Figur 34» A), von denen die eine p) auf dem linken Taschenbande mit ziemlich breiterBasis aufsass, während die zweite [p) auf dem rechten Taschenbande , die dritte p" auf dem rechten wahren Stimmbande hervor-
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Fig. 33.