﻿Der Kehlkopfspiegel.
477
es mir gelang, ancli künstliche Beleuchtung mit Erfolg anzuwenden und die Kehlkopfspiegelversuche von Tageszeit und Witterung unabhängig zu machen. Vermittelst dieser meiner Methode, welche jetzt allgemein auch von Herrn Tükck selbst) in Gebrauch gezogen wird, und ohne welche die Laryngoskopie ein »todtgebornes Kind« geblieben wäre, gewann ich alsbald die feste Ueberzeugung von der grossen Leistungsfähigkeit des Kehlkopfspiegels als Exploration »instrument.
Und wenn ich diese Ueberzeugung, trotz der mir wohlbekannten entmnthigenden Anläufe der Nachfolger Garcia’s, schon d a m als öffentlich aussprach, und den Kehlkopfspiegel den Aerzten zur »allgemeinsten und ausgedehntesten Benützung« dringend empfahl s. Wien. med. Wochenschrift vom 27. März 1858;, so hat Hr. Türck selbstverständlich nicht den mindesten Antheil an Dem, was ich hier du r c h für diese zu jener Zeit noch völlig c r e d i 11 o s e Sache geleistet habe.
Es ist eine feststehende Thatsache, dass Herr Türck seine Kehlkopfspiegel spätestens schon mit Beginn des Winters 1SA7 auf IS5S, ohne irgend ein erhebliches Kesultat erhalten und mitgetlieilt, oder auch nur eine Ahnung von der wirklichen Tragweite des Kehlkopfspiegels gewonnen zu haben, bei Seite gelegt hatte, und dass nicht ich von ihm, sondern er von mir den Impuls empfangen hat, sich endlich erfolgreich mit dem Kehlkopfspiegel zu beschäftigen. Ebenso ist dies auch späterhin der Fall gewesen. Herr Türck kam eben immer zu spät.
Dass mir Herr Türck zu meinen ersten Versuchen einige lang-gestielte Glasspiegelehen auf mein Ersuchen und ohne irgend einen Vorbehalt hinsichtlich ihrer Verwendung lieh, was ich mit Dank selbst erwähnte, berechtigte ihn doch nicht entfernt irgend welche Ansprüche auf die Miturheberschaft meiner Leistungen und Ideen hinsichtlich der allseitigen praktischen Verwendung des Kehlkopfspiegels zu machen, und zwar um so weniger, als er noch in der Sitzung der Gesellschaft der Aerzte vom 9. April s.Zeitschrift d. Ges. d. Aerzte 1858, No. 17 im Gegensätze zu meinen damaligen Mittheilungen öffentlich erklärte: »Er sei weit entfernt, allzu sanguinische Hoffnungen von den Leistungen des Kehlkopfspiegels in der Praxis zu liegen«,'— und erst volle 3 Monate nach meinem Artikel vom 27. März 1S5S seine erste Arbeit zu Stande bringen konnte (s. Zeitschrift d. Ges. d. Aerzte zu ^ ien vom 28. Juni 1858;, als bereits meine ausführliche Abhaud-lung mit Abbildungen längst vorlag (s. «Sitzungsber. d. wiener Aka-