﻿Der Kehlkopfspiegel.
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Bevor mau den über der Lampe erwärmten und auf seinen Tem-peraturgrad an der eigenen Hand oder Wange geprüften Kehlkopfspiegel einführt, regulirt man die Beleuchtung und die gegenseitige Stellung. Ist Alles vorbereitet, dann sucht man, während der Beobachtete abwechselnd ne intonirt und tief inspirirt unter das gehobene Velum und die Uvula zu gelangen, den Spiegelrücken, wie Gakcia angibt. gegen dieselben anzulegen und dem Spiegel die passende Neigung zu geben, wobei man durch die gesehenen Bilder selbst geleitet wird.
Auf diese Weise kann man jede laryngoskopische Untersuchung beginnen und anordnen. Was nun in dem einzelnen Falle weiter zu thun ist, um zum Ziele zu gelangen, ob man den Spiegel sammt der auf ihm ruhenden Uvula höher empordrücken oder tiefer einsetzen, weiter in den Bachen hineinschiebeii oder weiter hervorziehen müsse, unter welchem Winkel man in den Spiegel hineinzusehen hat, wie der Beobachter oder der Beobachtete seine Stellung zu verändern hat, ob die Zunge besser mit einer Knie-Spatel oder durch die mit einem Tuche bedeckte Hand aus dem Wege zu drängen ist ein Geschäft, das die meisten Patienten willig und oft mit Geschick selbst übernehmen, etc. etc. — das sind lauter Hinge, welche man durch eigene Hebung und Ueberlegung unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen Umstände dem Zwecke entsprechend wird bcurtheilen und ausführen lernen.
Abgesehen von den nöthigen topographisch anatomischen und physikalischen Vorkenntnissen kann Jedem, der sich das laryngoskopische Untersuchungsverfahren aneignen will, mit Tükck fl. c. No. (3) gera-then werden, an der Leiche und an ausgeschnittenen Kehlköpfen mit dem S]Hegel zu experimentiren 1 . Für Aerzte, welche nicht in der Lage sein sollten, sich menschliche Leichentheile zu verschaffen, hat Störk 1. c. No. 19 Vorstudien an Kehlköpfen von Hunden, Schweinen und Schafen empfohlen. Endlich ist das sich selbst Beobachten is. oben S. 502 die beste Vorschule'2 .
1	In meinen Cursen benutze ich zur ersten Einübung der Schüler ein sehr einfaches »laryngoskopisches Phantom«. Es ist dies ein schmales und hohes Holzkästchen, dessen Hinterwand geöffnet werden kann und dessen Vorderwand oben ein Loch, von der Grösse einer weiten Mundöffnung liât. Unterhalb dieses Loches ist äusserlieh ein horizontaler Vorsprung angebracht, an welchen die Spitze einer aus der Leiche sammt Luftröhre und Kehlkopf frisch ausgeschnittenen Zunge angenagelt wird, so dass das Uebrige in annähernd natürlicher Lage in das Kästchen hineinhängt und durch das Loch lege urlis speculirt werden kann.
2	Kürzlich liât mein Freund Dr. Johnson in London (Medical Times & Gazette 11. Febr. 1863) ein neues autolaryngoskopisches Verfahren angegeben, welches sich zu diesem Zwecke am vollkommensten eignet, weil der Selbstbeobach-