﻿Der Kehlkopfspiegel.
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Es gelingt dies nach meinen Mittheilungen bekanntlich, wenn mau die willkürlich erschlaffte oder durch das Intoniren von Nasentönen geöffnete Gaumenklappe vermittelst eines platten Hakens, dessen Grösse und Krümmung je nach den Verhältnissen passend gewählt sein muss1), sanft nach vorn und oben zieht oder auch nur lüftet.
Die Schwierigkeiten dieser und aller anderen zu diesem Zwecke etwa noch anwendbaren Manipulationen2) müssen nothwendigerweise zuweilen sehr gross sein, namentlich wenn man es mit ungünstig gebauten , reizbaren, ungeschickten oder widerstrebenden Individuen zu thun hat.
Der u n geübte Beobachter findet diese Schwierigkeiten beinahe immer unlibersteiglich. Nicht so der Geübte. Es ist geradezu unglaublich und kann desshalb nicht eindringlich genug wiederholt werden. obschon man bei der Laryngoskopie ganz dieselbe Erfahrung gemacht hat, was einerseits die sichere, ruhige Hand des umsichtigen und geübten Beobachters den in Betracht kommenden Organen zu-muthen darf und was andererseits diese Organe, oft wunderbar rasch, ertragen lernen. Viele Individuen leiden übrigens nach Traube's treffendem Ausdruck nur — an »nausea mentalis«.
Im Anfänge sind die rhiuoskopischen — ebenso wie die laryngo-skopischen — Versuche, welche man an Lebenden vornimmt, wie gesagt, in der Kegel völlig erfolglos und entmuthigend, und wer nicht so viel Ernst, IJeberlegung und Unbefangenheit besitzt, um in seiner eigenen Ungeschicklichkeit und in dem Mangel an llebnng einen Hauptgrund des wiederholten Misslingens zu erkennen und durch ausdauernde Bemühungen die uöthige Dexterität zu erwerben und dieselbe zur Virtuosität zu steigern, der wird unzweifelhaft die ganze Sache bald bei Seite werfen und vielleicht — um sich selbst nicht zu nahe zu treten — die Laryngo- und Rhinoskopie für ganz werthlos oder »unpraktisch« erklären.
Hat man sich erst vorläufig an Zeichnungen und dann am Cadaver praktisch orientirt, erst dann schreite man zu Versuchen an Lebenden
1	Ich bediente mich ursprünglich eines steifen Drahtes, dessen Ende eine Oese bildete, welche hakenförmig aufgebogen war. Dieses einfache Instrument, das ich auch jetzt noch ausser meinen grossen und kleinern Gaumenhaken oder Gaumenspateln anwende, empfiehlt sich besonders dadurch, dass man es durch Aenderung der Krümmung allen Verhältnissen anpassen kann. Es ist gut, den Theil des Drahtes, welcher die Oese bildet, möglichst platt hämmern zu lassen.
2	Statt das Velum von unten her aufzugreifen, habe ich auch mit Erfolg versucht, demselben von oben durch die Nasenhöhle vermittelst einer Art Belloc-scher Röhre mit verschiebbarem Axentheil beizukommen und es nach vorn und oben zu drängen.
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