﻿Der Kehlkopfspiegel.
519
nin ganz besondere und neue Kunstgriffe handelt, dem denkenden Beobachter gegenüber für ebenso überflüssig und, der unendlichen Fülle der concreten Möglichkeiten gegenüber, für ebenso ungenügend, wie in der Laryngoskopie.
Bei den ersten im März 1858 an mir selbst angestellten rhinosko-pischen Versuchen bediente ich mich meines autoskopischen Apparats — jenes Stativs mit Beleuchtungs- und Gegenspiegel, welches icli bei den Beobachtungen am eigenen Kehlkopf benützte. Ich richtete Alles so lier wie zur Besichtigung des Larynx, sodann aber zog ich das rvill-kürlieh erschlaffte Velum vermittelst eines steifen Drahtes, dessen Lik le eine Oese bildete, welche hakenförmig aufgebogen war, nach vorn und oben und führte einen kleinen natürlich erwärmten Kehlkopfspiegel mit schräg nach aufwärts gekehrter Fläche so unter dem gehobenen A elum durch, dass derselbe die vom coneaven Beleuchtungs-spiegcl kommenden Strahlen in das Cavum pharynyo-nasalc und Bilder der erleuchteten Tlieile reflectiren musste. Dieses autorhinosko-pisehe Verfahren eignet sich wie ich gezeigt habe ganz besonders zu didaktischen Demonstrationen.
I m nicht beide Hände, von denen eine den Daumenhaken die andere den Spiegel regierte, verwenden zu müssen und die Aufmerksamkeit zu theilen hatte ich mir bald nach den ersten Versuchen vom Diener des physiolog. Laboratoriums der k. k. Josephs-Akademie in A Vien eine rechtwinkelig gebrochene Metallröhre machen lassen, in welcher an der Knickung ein ovaler Spiegel unter einem Winkel von 45° eingesetzt war.
Der kürzere nur wenige Linien lange schräg abgestutzte Schenkel der Röhre wurde hinter das Velum, in das Cavum yliurynyo-nasale eingeführt, durch den langen Schenkel fiel das Licht ein.
Bald zeigte sich jedoch die Nothwendigkeit den langen Schenkel der Röhre zum grössten Theil in eine Halbröhre zu verwandeln, um mehr Licht und freiere Aussicht auf das ovale Spiegelchen zu erhalten, ferner erschien es vortheilhaft, den kurzen Schenkel der Röhre ganz abzutragen und durch eine auf einem verschiebbaren Ringe befestigte verticale Platte zu ersetzen, um die Einführung des Instrumentes hinter das Velum zu erleichtern.
So entstand das provisorische Modell eines Apparates, welchem die Idee zu Grunde liegt, den Gaumenhaken und das Spiegelchen in Eins zu vereinigen, um beide Instrumente in einer Hand sicher zu regieren s. Fig. 14 .
Der Holzschnitt S. 520) skizzirt, verkleinert, den Apparat Rhinoskop in jener primitiven Form, in welcher icli ihn zu meinen