﻿524
Der Kehlkopfspiegel.
Endlich habe ich specie 11 mit Rücksicht auf die seit der Einführung der Laryngoskopie in so grosser Zahl entdeckten Neubildungen am Kehlkopf mein Verfahren zur operativen Entfernung der Polypen u. s. w. vorgescldagen.
H. 97 der ersten Auflage heisst es: »Zugleich liegt es auf der Hand, dass durch die jetzt so erleichterte präeise Diagnose in vielen Fällen eine rationelle operative K u n s t h i 1 f e wird geleistet werden können.«
»Helion Middeldokpf Sagt (Galvanokaustik H. 206) » »Die intrala-ryiigealen Geschwülste eignen sich zur Laryngotomie, die aus demselben hervorragenden oder ihm aufsitzenden zur Laryngotomie sous-hyoïdienne oder zur Galvanokaustik.«« Zu erinnern wäre hier noch an das LiikmanxscIic Verfahren, an meinen Vorschlag unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels v o n o b e n o d c r d u r c h die 1 a r y n g o t o mische W u n d ö f f n u n g hi n durch z u o p er i r e u, und endlich ganz allgemein an die Vortheile der zu diesem Zwecke von Mipdeldorpf zuerst mit so glänzendem Erfolge in Anwendung gezogene Galvanokaustik (vgl. den Fall: Pastor Möse a. a. O. S. 212.«
Von v. Bruns, Lewin, Lindwurm und mir (H. 587) sind Larynx-polvpen unter Beihilfe des Spiegels von oben (durcit den Mund auf verschiedene Weise operirt worden. Bruns hat die erste Ausrottung eines Polypen in der Kehlkopfshöhle durch Zerschneiden bewerk-
gliicklichen Zufall anheimgestellt blieb«, ln anderen Fällen war es mir gelungen, genau localisirte Aetzungen der Taschenbänder auszuführen (g. unter Patliolog. Beobachtungen, Fall l>, Fall 10) und Sonden von oben auf Geschwülste zu leiten und dieselben auf ihre Resistenz zu prüfen , welche theils oberhalb (g. unten Fall l'f) theils sogar unterhalb der wahren Stimmritze (s. unten Fall 1) ihren Sitz hatten. In letzterem Falle, wo eine laryngotomische Wundöffnung bestand , wurde die Befühlung derGeschwiilsto unter Beihilfe des kleinen Spiegels fs. Abschnitt IV) auch von unten vorgenommen. Ferner vgl. 1. c. Nr. 15 S. 272: »Schliesslich hebe ich nochmals im Allgemeinen hervor, dass der Kehlkopfspiegel . . ..nicht nur in diagnostischer Beziehung ein höchst wertlivolies Instrument ist, sondern dass er auch in operativer Beziehung eine Zukunft hat, indem er geeignet ist, mag er von oben oder von unten angewendet werden, das Auge zum Führer der Hand zu machen«. Semeleder, der schon in Folge meiner ersten Anregung unter Beihilfe des Spiegels tief am Zungengrunde geätzt hatte :1. e. Nr. 5), Lewin, Stork u. A. haben bald nach diesen Publieationen mein Verfahren der Führung der operirenden Hand vermittelst des Spiegels in vielen Fällen ausgeführt, und hierzu auch lange Aetzmittelträger, gestielte Schwämmchen und Pinsel etc. angewendet. Besondere Erwähnung verdient die Benutzung eines steifen gebogenen Drahtes, dessen aus Platin bestehendes Ende in geschmolzenen Höllenstein getaucht und so incrustirt wird (Lewin, Raüchfuss). Mackenzie hat neu-i'ch der Leichtigkeit wegen Aluminiumdraht hierzu empfohlen.