﻿Der Kehlkopfspiegel.
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epiglottischen Falten, welche das Bild erst anschaulich begrenzen sollten, gar nichts Erkennbares abgebildet.
Meine unerwartet plötzliche Abreise von Paris zwang mich, diese Versuche, welche wenigstens alle Zweifel über die Möglichkeit derartiger photographischer Aufnahmen beseitigt hatten, vor ihrer gänzlichen Vollendung zu unterbrechen.
Seither habe ich mich lange vergeblich um eine Gelegenheit umgesehen , meine Versuche wieder aufnehmen und zu einem vollständigen Abschluss bringen zu können, bis ich endlich vor Kurzem in dem Prager Photographen und Maler J. Brandeis einen Mann fand, der neben seiner Kunstfertigkeit genug wissenschaftliches Interesse besass, um meinen Zwecken Zeit und Mühe bereitwilligst zu opfern. Der ungewöhnlich klare Oetoberhimmel dieses Jahres begünstigte das Unternehmen so ausserordentlich, dass es in wenigen Tagen vollständig gelang und ich die ersten Probebilder Bereits in der Sitzung des kürzlich ins Leben getretenen Vereines der Aerzte in Prag vom 16. October und in der Sitzung der k. bühm. Gesellschaft der Wissenschaften vom "21. October vorlegen konnte.
Ich liess nicht nur mehrere Ansichten vom Kehlkopf, sondern auch Bilder von einigen jener Tlieile, welche durch meine rhinosko-pische Methode dem Auge des Arztes zugänglich geworden sind, durch Herrn Brandeis photographisch fixiren. Ja es wurden sogar lebensgrosse , stereoskopische Photographien vom Kehlkopf hergestellt, welche die überraschendsten plastischen Effecte zeigen: und ich beabsichtige. — sobald ich Zeit und Gelegenheit hierzu finde — in dieser anschaulichen Weise, wo möglich die ganze Keihe der wichtigsten und lehrreichsten laryngoskopischcn Ansichten photograpliiren zu lassen.
Ob es sich verlohnen dürfte, zu versuchen behufs fortgesetzter photographischer Aufnahmen den Mangel an directem Sonnenlicht in der eingetretenen Jahreszeit und im Winter, durch elektrisches oder DRomoND sches Licht zu ersetzen, werde ich demnächst ermitteln.
Hinsichtlich des Verfahrens, welches ich zur Herstellung der beiliegenden Photographien ') einschlug, bemerke ich Folgendes :
1 Die drei mit Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 bezcichneten Photographien sind im Archiv der k. Akademie der Wissenschaften zu Wien hinterlegt; andere Exemplare derselben Photographien habe ich der pariser Akademie eingeschickt 's. Compt. rendus, Nr. 22, (25. Novembre 1801 ;. — Nr. 1 und Nr. 2 sind stereoskopische Hoppelbilder auf Glas photographirt. Jedes derselben gibt im Stereoskop ein lebensgrosses Bild meines Kehlkopfes, während des Hervorbringens eines mittelhohen Tones der Bruststimme. Man übersieht in der Tiefe die 4 Stimmbänder, die Glottis roralis und die Venir. Morgagni, rings begrenzt durch das kurze pla-