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Der Kehlkopfspiegel.
»Die lebensgroßen stereoskopischen Photographien des Kehlkopfes, welche ich, als die ersten Proben einer neuen Verwerthnng der Photographie für wissenschaftliche Zwecke, der geehrten Classe schon im vorigen Jahre vgl. die Sitzungsber. der k. Akademie zu Wien vom 7. November 1861) eingesendet hatte, waren in der Art hergestellt worden, dass von den ursprünglichen, in verkleinertem Maassstab aufgenommenen negativen Matrizen , durch eine abermalige photographische Aufnahme vergrößerte positive Lichtbilder erzeugt wurden.
Bei dieser Vergrösserung, welche mit einer ziemlich umständlichen Manipulation verbunden war, da immer eine besondere Camera zusammengesetzt werden musste, ging oft ein merklicher Th eil der überraschenden Schärfe der ursprünglichen Aufnahmen verloren. Ich kam daher auf den Gedanken, die positiven Bilder in verkleinertem, fast mikroskopischem Maassstabe aufnehmen zu lassen, damit an Schärfe des Details eher noch gewonnen werde und das gewöhnliche einfache photographische Gerätlie und Verfahren in Anwendung kommen könne.
Auf diese Weise entstanden sehr kleine, aber überaus scharfe und zierliche transparente Photographien des Kehlkopfes, welche mit einer stark vergrössernden Loupe betrachtet, das Detail der Zeichnung vollkommen deutlich erkennen Hessen.
Der Bequemlichkeit wegen wurde die Linse oder Loupe in eine röhrenförmige Hülse gefasst, an deren Ende die zu betrachtende Photographie befestigt werden konnte.
Um nun aber auch den stereoskopischen Effect zweier zusammengehörigen Kehlkopfphotographien beobachten zu können, Hess ich zwei solche röhrenförmige Hülsen unfertigen und mit gleich starken Linsen versehen. Das eine der beiden Bilder wurde in die erste. das andere in die zweite Hülse gesteckt. Da die Linsen dieselbe Brennweite haben, so erschienen beide Bilder in gleichem Muasse vergrössert.
Ich hielt nun die erste Hülse vor das eine, die zweite vor das andere Auge und bot auf diese Weise jedem Auge das entsprechende Bild dar .
Bei der richtigen Stellung und Neigung der beiden Hülsen kamen die Bilder zur Deckung und erzeugten eine lebensgrosse vollkommen plastische Ansicht des Kehlkopfes, welche an Naturwahrheit kaum noch etwas andere* als allenfalls die natürliche Farbe und Beweglichkeit der Theile vermissen Hess.
Um die Hülsen nicht mit den Fingern vor den Augen tixiren zu müssen, befestige ich dieselben an eine Handhabe mit zwei Armen, welche wie Branchen eines Zirkels articulirten.
Ho entstand für meine verkleinerten Larynxphotographien ein