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Der Kehlkopfspiegel.
auszufüllen : beim plötzlichen Oeffnen des vollständigen Kehlkopfverschlusses habe ich wiederholt gesehen, dass die falschen Stimmbänder eben so weit gegen die Medianlinie vorsprangen. als die wahren : es mag daher häufig genug auch zum Verschlüsse der Glottis spuna. durch gegenseitige Berührung der oberen Stimmbänder selbst kommen. Taf. 23; Fig. 9 stellt den auf halbem Wege arretirten Vorgang des luftdichten Larynxverschlusses dar. Der Epiglottiswulst e. w. wurde bereits über einen grossen Theil der geschlossenen Glottis vera und der beträchtlich verengerten Glottis spuria herabgedrückt: von den Eingangsspalten zn den Venir. Morgayfti sind nur Andeutungen einer zarten Furche übrig geblieben. In Fig. 10 ist der Verschluss vollendet. indem der Epiglottiswulst endlich auch mit der die Arytaeuoid-Knorpel einschliessenden Schleimhautfalte in innigen Contact gebracht wurde. Ein gutes Stück der Epiglottis überragt frei den geschlossenen Larynx, es ist in unserem Falle noch so weit aufgerichtet, dass man die Vollendung des Verschlusses vermittelst des Epiglottiswulstes sehen kann. Senkt sich endlich der freie überragende Theil der Epiglottis etwas herab, so erhält man ein ganz ähnliches Bild. — wie das in Fig. 4. — obschon dort ein hinreichend freier Kaum zwischen dem Kehldeckel und den Arytaenoid-Knorpeln für die ausströmende Luft noch übrig blieb. während hier ein luftdichter Verschluss stattfindet."
»Aus diesen Ermittelungen über den luftdichten Kehlkopfverschluss erklärt es sicli nun leicht. wie die Glottis ohne grossen Kraftaufwand dem beträchtlichen Luftdruck während des Drängens vermittelst der Bauchpresse mit Erfolg Widerstand zu leisten vermag. «
»Blähe ich mich bei auf diese Art verschlossenem Kehlkopf stark auf, so wölben sich die elastisch nachgiebigen Theile deutlich empör, ohne der Luft einen Ausweg zu gestatten. Beim Iläuspern wird aber der Luft ein Ausweg in der Art gestattet, dass die elastisch emporgewölbten Theile plötzlich nachgeben und durch die explodirende Luft heftig sich erschüttern lassen : namentlich den vorderen unteren Theil der Epiglottis, der mit seinem innern Wulst auf die Glottis drückt, sieht man deutlich stossweise emporgeschnellt werden.«
»Das Herabgedrücktwerden der Epiglottis geschieht unter den angegebenen Umständen nicht passiv — etwa durch den Zungengrund — sondern gewiss wesentlich a c t i v — durch die eigenen Muskeln der Epiglottis. Es ist interessant und erfreulich zu sehen, wie Santorini. der die Myologie des Kehlkopfs zuerst mit unübertroffener Genauigkeit studirt hat. den Epiglottismuskeln a priori Wirkungen zuschreibt, welche mit Dem in überraschendem Einklang stehen, was ich durch directe Beobachtung an mir selbst ermittelt habe. Santorini