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Der Kehlkopfspiegel.
math.-phys. Classe der Wiener Akademie der Wiss. vom 17. März 1S59 durch Herrn Prof. Brücke gefälligst übergebene Mittheilung gemacht habe1, hier noch zwei andere nicht uninteressante, physiologische Beobachtungen anführen, welche ich an der in Frage stehenden Patientin zu machen Gelegenheit hatte. Erstlich über die mit dem Larynxver-schluss eingetretene Störung des Geruchsinnes, und zweitens über den hierdurch nicht im geringsten beeinträchtigten Abzug der Th r an en.
Es ist bekannt und namentlich durch Bidder's Versuche festgestellt, dass die Richtung und Stärke der mit Riechstoffen geschwängerten Luftströme in der Nasenhöhle für das Zustandekommen der Geruchsempfindungen von wesentlicher Bedeutung sind. Ludwig, Lelirb. der Phys. B. I. p. 290. 1. Auflage, sagt hierüber : »Luftströme welche mit riechenden Stoffen geschwängert sind, erzeugen vorzugsweise Empfindungen, wenn sie mit grosser Beschleunigung durch die Nase in der Sichtung von vorn nach hinten dringen : demgemäss erweitern wir unwillkürlich die Nasenmündung und ziehen rasch und stossweise die Luft ein, wenn wir einen Gegenstand auf seinen Geruch prüfen wollen. Man darf nach den vorliegenden Thatsachen schliessen. dass die nächste Wirkung der raschen Luftströme darin bestehe . die Geruchsflächen auf eine vollkommenere Art mit den Riechstoffen in Berührung zu bringen, indem theils durch den Anstoss des Stromes, tlieils durch die Reibung desselben ein die Absorption befördernder Druck erzeugt wird. «
Dass unsere Patientin den Geruch verloren hat, kann somit keineswegs überraschen. Bemerkenswerth ist es jedoch, dass ihr Geruch nicht für alle Riechstoffe gleich abgestumpft erscheint frisch zerdrückte Geraniumblätter erkannte sie am Geruch, ebenso starke Parfüms, die unter ihrer Nase entleert wurden, dagegen nahm sie weder den Geruch von Veilchen noch von Hiacynthen wahr); dass sich ferner ihr Geruch etwas gebessert, seit sie gelernt hat, durch plötzliche und energische Zusammenziehungen des Pharynx und der Mundhöhle schwache Luftströmungen in der Nase zu erzeugen : endlich dass sie durch einen über Hiacynthen oder Veilchen mit einem Blasebalg in die Nase eingetriebenen Luftstrom eine, wenn auch schwache Empfindung von dem Gerüche dieser Blumen bekam.
Hinsichtlich des A b z u g e s d e r T h r ä neu bestätigt sich an unserer Patientin die jetzt wohl allgemein anerkannte Bedeutungslosigkeit des die Respiration liegleitenden negativen Druckes in der Nasenhöhle
1 Siehe Nr. XLI.