﻿Der Kehlkopfspiegel.
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für die normale Fortschaffung der abfliessénden Thränen, indem zu keiner Zeit auch nur die leiseste Störung dieser Function bei derselben beobachtet wurde. Damit soll jedoch keineswegs die Möglichkeit der physikalisch nothwendigen Wirkung der durch die Athmungsbewe-gungen erzeugten Druckdifferenzen auf den Abzug der Thränen unter gewissen Umständen geleugnet werden.
Zweiter Fall. 1. c. No. 9.)
Am 2. Januar 1S59 wurde mir von Herrn Dr. Hiksc-hlek ein etwa 40 Jahre alter Mann aus den gebildeten Ständen vorgestellt, welcher seit mehreren Jahren an nervöser Heiserkeit behandelt wurde, welche nach einer bedeutenden Anstrengung des Stimmorganes plötzlich aufgetreten war und sich seither nach heftigen Genuithsaufregungen regelmässig vorübergehend verschlimmert, ohne jemals ganz zu weichen.
Die von mir vorgenommene laryngoskopisehe Untersuchung, welche sehr leicht ertragen wurde. führte sofort zu dem überraschenden Resultate. dass die constante Heiserkeit des Patienten durchaus nicht bloss nervöser Natur, sondern durch eine etwa auf der Mitte des rechten wahren Stimmbandes , mit ziemlich breiter Basis aufsitzende, dunkelgefärbte, rundlich höckerige Neubildung bedingt ist. Dass diese Neubildung von weicher Consistenz sein müsse, erkannte ich daran, dass sie durch die Vibrationen des Stimmbandes in allen ihren Theilen deutlich erschüttert wurde und bei zufälliger theilweiser Einklemmung in die Stimmritze nachgiebig erschien. Rasche Veränderungen des Volums, der Consistenz etc. dieses Gewächses in Folge veränderter Blutzufuhr etc. konnte aus dem Umstande vermuthet werden. dass sich die Heiserkeit des Patienten nach Gemüthsbewegungen plötzlich verschlimmert. In Fig. 17 gebe ich eine Skizze, welche ich gleich nach der Untersuchung entworfen und dem Patienten, welcher noch an demselben Tage nach Wien reisen musste, mitgegeben habe.
Es ist mir eine Genugthuung, anführen zu können, dass mir Herr Dr. SEMELEDERin Wien, an welchen ich den Patienten behufs fortgesetzter laryngoskopischer Beobachtung adressirt hatte, nach einigen Tagen schrieb, dass er meinen laryngoskopischen Befund in allen Einzelnheiten bestätigen konnte. Später (6. -Febr.j theilte mir derselbe mit. dass er den »Polypen« grösser finde, als ich ihn am 2. Januar gezeichnet hatte, es scheint also, dass derselbe im Wachsen begriffen ist. Die vermutheten raschen Volumänderungen