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Der Kehlkopfspiegel.
des Polypen als Grund vermehrter Heiserkeit nach Gemüthsbewegungen wurden auch später nicht wahrgenommen.
Dritter Fall.
Die folgende Krankengeschichte verdanke ich der Güte des Herrn Dr. Koller.
S. F.. 11 Jahre alt, vonBaja gebürtig, war als 1 jähriges Kind an den Geschlechtstheilen mit einem angeblich rothen. papulösen Exanthem behaftet, welches erst nach drei Monaten heilte. Im Alter von drei Jahren stellten sich Augenleiden ein, welche seit jener Zeit beinahe constant anhielten. Im Sommer 1858 soll sie durch einige Wochen an einer acuten, mit Fieber gepaarten Krankheit gelitten haben, während welcher der Nasenrücken einsank und Geschwüre am harten und weichen Gaumen entstanden. Im Herbst gesellte sich hochgradige Heiserkeit hinzu. Am 23. Nov. v. J. erschien sie zuerst im Kinder-spitale in Pest, und zwar wegen linksseitiger Dacryo-cijstitis. und wurde seither ambulatorisch behandelt.
Am 14. Januar 1859 ins Spital aufgenommen, bot sie folgendes Krankheitsbild : schwache Constitution, cacliektisches Aussehen, rechtseitige Schwerhörigkeit, eingesunkener Nasenrücken und Nasenwurzel. Zwischen der linken untern Palpebra und der Nase eine erbsengrosse härtliche Geschwulst mit mehreren stecknadelkopfgrossen Oeffnungen, aus welchen dünner, missfärbiger Eiter hervor sickert. Ziemlich bedeutendes Entropium am linken untern Augenlid, woselbst auch die Cilien gänzlich fehlen. In der Mitte des harten Gaumens zwei nebeneinander gelegene stecknadelkopfgrosse, eiternde Geschwürstellen, in denen die eingeführte Sonde beiläufig 1 Zoll weit nach aufwärts dringt und dabei das Gefühl einer rauhen Oberfläche gewährt. Bedeutender Substanzverlust am weichen Gaumen, beinahe gänzliche Verwüstung der Uvula mit narbiger Einziehung ringsum, die hintere Wand des Rachens gelblich — missfarbig, —übler Geruch. Mässige Schwellung der seitlichen Hals- und Naekendriisen. Bedeutende Heiserkeit, geräuschvolles Athmen.
Am Tage vor ihrer Aufnahme in das Kinderspital (13. Januar hatte ich die Patientin laryngoskopisch untersucht und sofort Folgendes gefunden vgl. Eig. 18 a) : Der stark geröthete Kehldeckel ist enorm fast bis zur Dicke eines Querfingers) angeschwollen und zeigt rcehter-seits ein tief auf seine hintere Fläche herabreichendes breites Geschwür mit dicker, schmutzig gelblicher Eiterauflagerung. Der Eingang in den Larynx ist so verengt, dass nur ein kleiner Theil der etwas angesehwol-lenen Stimmbänder sichtbar ist. und der Luftstrom mit hörbarem liei-