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Der Kehlkopfspiegel,
lenen, aber schlaffen falschen Stimmbänder. Die Vent. Morgagni sind verstrichen, oder eigentlich so zu sagen hervorgewulstet.
Der Kranke wurde von Prot. v. Balassa mit Antimonialien und später, da sich fieberhafte Erscheinungen und erschöpfende nächtliche Schweisse hinzugesellten, mit Chinin behandelt.
Als ich den Patienten am 10. Februar wieder untersuchte, war der Zustand seines Kehlkopfes fast unverändert : nur war die entzündliche liöthe der die Arytaenoid-Knorpel einschliessenden Schleimhautfalte ganz gewichen und hatte einer blassen Färbung Platz gemacht, zugleich war die pralle Spannung verschwunden und es hatte das Ansehen, als ob dieselbe ödematös infiltrirt wäre. Die falschen Stimmbänder erschienen vergrössert und berührten sich mit ihren vorderen Hälften in der Medianlinie.
Bei so bewandtcn Umständen war eine Aetzung der Tlieile mit Lapis infernal is indicirt, und ich führte dieselbe am folgenden Tage im Beisein des Herrn Prof. v. Balassa vermittelst eines langen, passend gebogenen Aetzmittelträgers und unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels aus. Bei der ruhigen geschickten Haltung des Patienten war cs mir möglich, die Anschwellungen über den Arvtaenoid-Knorpeln mit dem Aetzmittel genau zu treffen, indem ich zuerst den Kehlkopfspiegel mit der linken Hand eiuführte, und so iixirte, dass ich nicht nur die lvehl-kopftheile, sondern auch den mit der rechten Hand eingebrachten Aetz-mittelträger sehen und auf die bezeiehueten Stellen leiten konnte.
Nachdem der Patient den verhältnissmässig geringen Hustenanfall in Folge des Reizes überwunden hatte, überzeugte ich mich durch abermalige Inspection mit dem Kehlkopfspiegel. dass sich auf den bezeichnten Stellen zwei ausgiebige, scharf umschriebene. kreide-weisse Schorfe gebildet hatten.
Die beabsichtigte Aetzung war somit als vollkommen gelungen zu betrachten. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass die Sicherheit, mit welcher dieselbe ausgeführt werden konnte, nur der Anwendung des Kehlkopfspiegels zu verdanken ist, indem nur durch diesen bei derartigen operativen Eingriffen jene Sicherheit im Operiren ermöglicht wird, welche bisher nur einem glücklichen Zufall anheimgestellt blieb.
Auch den Patienten, dessen Kehlkopf ich in Fig. 22 ffi. Fall abgebildet habe, dessen jahrelange Aphonie wesentlich auf einer chronischen Schwellung der Taschenbänder beruht, habe ich theils mit einem in Lapissolution getauchten Schwämmchen, theils mit Lapis in Substanz wiederholt und. meist in Gegenwart eines oder des andern Collegen unter Beihilfe des Kehlkopfspiegels namentlich an den