﻿Dit Kehlkopfspiegel.	577
Sech zehnter F all.
Am 20. Juni 1S59 untersuchte ich einen ältlichen Rabbiner, der wegen grosser Heiserkeit vom Lande nach Pest gekommen war, um ärztlichen Hath zu holen. Es fand sich das rechte wahre Stimmhand verdickt und in der Gegend des vorderen Endes des Processus vocalis mit einer coni-sclien etwa 11/2langen Excrescenz besetzt.
Aus der Anamnese will ich hervorheben, dass dieser Mann beschuldigt worden war, beim Beschneiden mehrere Kinder syphilitisch inficirt zu haben, ohne selbst jemals früher an Syphilis gelitten zu haben. Diesem laryngosko-pischen Befunde ganz analog ist der in Fig, 27 skizzirte, welcher am 10. Oct. 1859 bei einem 41jährigen der Syphilis verdächtigen Jäger beobachtet wurde.
Siebzehnter Fa 11.
S. S., Bezirksrabbiner, ein noch junger, kräftiger Mann, litt wiederholt an Condylomen am Zungengrunde und im Schlunde : zum letzten Mal vor etwa 3 4 Jahren. Dabei stellte sich oft Heiserkeit und Husten ein.
Am 14. Juli 1859 ergab die laryngosko-pische Untersuchung folgendes Bild Fig. 28’;: links Alles normal, über dem rechten Taschenbande eine flache, hervorragende Wulstung der Schleimhaut ; unmittelbar unter dem Insertionswinkel der wahren Stimmbänder eine glatte kugelige Neubildung.
Achtzehnter Fall.
Herr B. W., ein kräftiger, sonst gesunder Mann im mittleren Lebensalter . hat eine etwas heisere Stimme, aus welcher man nicht entfernt auf die vorhandenen bedeutenden Veränderungen im Larynx schliessen würde.
Am 8. Juni 1859 zeigte das Laryngoskop das beistehende Bild Fig. 29.
Auf der vorderen Hälfte des linken wahren Stimmbandes sitzt in dem übrigens normalen Kehlkopfe eine dünngestielte rundliche glatte Neubildung von der Grösse einer kleinen Erbse.
Dieselbe ist beweglich und wird durch den Luftstrom theils in die Glottis eingeklemmt, theils wieder herausgeschnellt. Bei mässig geöffneter Glottis steht der Polyp so, dass er den Band des rechten wahren
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