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Dor Kehlkopfspiegel.
Bei geöffneter Glottis bängt der kleine Polyp in die Ebene derselben herein | so dass er leicht von den Bändern der Stimmbänder eingeklemmt wird, wenn sich die Glottis zum Tönen verengt. Die Stimme ist dann sehr heiser oder versagt gänzlich. Meist befreit aber den Polypen ein starker Luftstrom aus seiner Einklemmung oder verhindert dieselbe ganz und gar, indem er ihn emporschleudert, während sich die Stimmbänder ungehindert nähern ; der Polyp ruht dann a u f der verengten tönenden Glottis und beeinträchtigt ihre Vibrationen, wodurch sich die constante Umflorung der Stimme genügend erklärt.
Aus diesen Beobachtungen über die Art und Weise wie der Polyp die reine Stimmbildung mehr oder weniger hemmt, wird auch verständlich , wie sich das alsbald bis zur Aphonie gesteigerte Eebel des Patienten bei längerem Bestände und gerade durch das allmähliche Wachsthum des Polypen bis zur blossen Umflorung der Stimme mit nur momentan auftretender Aufhebung der Stimmbildung aus rein mechanischen Gründen bessern konnte.
Anfangs nämlich musste der im Niveau der Glottis hervorwuchernde Polyp stets zwischen den Rändern der Stimmbänder eingeklemmt werden und bei steigernder Volumszunahme die zur Bildung einer tönenden Kitze nöthige Annäherung derselben bald gänzlich verhindern — Aphonie ; während bei der mit dem weiteren Wachstlium zunehmenden Pedicularisirung des Polypen die Einklemmung desselben in die Glottis immer seltener wurde, indem die verjüngte Basis ein Herausgeschleudertwerden der fremden Masse über die Ebene der Glottis hinaus und die annähernd normale Verengerung der letzteren immer mehr erlaubte Besserung der Aphonie, aber trotzdem zeitweiliges Versagen der natürlich stets umflorten Stimme. —
Iheils um nicht selbst die Zeit mit der oft zu wiederholenden Beobachtung des Polypen verlieren zu müssen und doch alle etwaigen \ eränderungen an demselben sogleich im Entstehen zu erfahren : thcils um den intelligenten Patienten für einen späteren operativen Eingriff \01 zubereiten, habe ich demselben den (für ähnliche Fälle schon oben S. 505 ausgesprochenen) Kath ertheilt, sich mit der Anwendung meines bekannten Apparates zur laryngoskopisclieu Selbstbeobachtung und Demonstration vertraut zu machen. Patient ging mit Bereitwilligkeit und Geschick auf diesen Kath und die Anleitung, die ich ihm gab, ein und hatte zu seiner grossen Befriedigung schon nach wenigen Tagen ausdauernder Bemühung die Fertigkeit erlangt seinen Polypen selbst zu sehen und fremden Beobachtern zu zeigen.
Aut mein Ersuchen hatte Patient die Gefälligkeit in der Sitzung der hiesigen Gesellschaft praktischer Aerzte am 11. Decbr. 1SG1 einer