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Der Kehlkopfspiegel.
wucherte. Nur das liuke wahre Stimmbaud war, soweit dasselbe un-verdeckt blieb und gesehen werden konnte, normal.
Hinsichtlich der Natur dieser mächtigen Neubildungen glaube ich mich mit Bestimmtheit dahin aussprechen zu können, dass es Epitheliome sind, indem sie ihrem Aussehen und ihrer Beschaffenheit nach wesentlich mit jenen colossalen Neubildungen Ubereinstimmen, welche ich im Larynx eines 25jährigen Schustergesellen in Pest am 6. Octbr. 1850 beobachtet hatte vergl. Fall 19, Fig. 30) und von welchen es sieli später durch die mikroskopische Untersuchung ausgehusteter Stücke mit Sicherheit herausgestellt hatte , dass es Epithelialwucherungen waren.
Am 15. Januar 1862 habe ich Patient in der Sitzung der Gesellschaft der praktischen Aerzte in Prag vorgestellt und dessen Neubildungen im Kehlkopf vermittelst des Laryngoskops demonstrirt.
Einige Tage darauf kehrte Patient in seinen Wohnort zurück doch nicht ohne einen meiner Selbstbeobachtungsapparate, dessen Anwendung er sofort begriffen und mit Glück bei mir versucht hatte, mitgenommen zu haben, um durch autolaryngoskopische Beobachtungen den weiteren Verlauf seines Uebels zu überwachen und sich zur operativen Entfernung der Neubildungen vorzubereiten.
Patient hat sich am 8. Dec. 18G2 wieder bei mir eingestellt, nachdem er mich im Verlaufe des Sommers, während meiner Abwesenheit von Prag mehrmals vergeblich aufgesucht hatte.
Er brachte mir ein Fläschchen mit 10—12 trauben- oder blumenkohlförmigen Massen, welche er ausgehustet und auf mein, in dieser Voraussicht1 früher ausgesprochenes Verlangen sorgfältig gesammelt
1 Diese Voraussicht gründete sich auf die Erfahrungen , welche: ich bei dem analogen oben beschriebenen Falle 19 gemacht hatte. Zur Zeit der ersten Beobachtung ;vg'l. Fig. 30) bestanden in jenem Falle zwei Gewächse im Larynx des Patienten ; das eine sehr grosse sass auf dem rechten unteren Stimmbande und füllte den grössten Theil der zum Athmen weit geöffneten Glottis aus; das zweite, viel kleinere, sprosste an der vorderen Fläche des linken Arytaenoidknorpels hervor.
Einige Monate später, nachdem, wie erwähnt, einige Partikelchen ausgehustet worden waren, zeigte sich ein etwas verändertes laryngoskopisches Bild. Es waren zwar noch immer beide Gewächse vorhanden, allein, während das kleinere vom Aryknorpel entspringende, sich enorm vergrössert hatte, war das grössere vom Rande des rechten Stimmbandes entspringende, bedeutend geschwunden und in den Winkel zwischen den Ursprung der Epiglottis und der Stimmbänder hinein gedrängt worden;
Wieder einige Monate später, nicht lange vor meiner Abreise von Pest, sah ich Patient, dessen Athenmoth und Aphonie sieh bedeutend gebessert hatten. Die biryngoskopisehe Untersuchung zeigte das Vorhandensein nur mehr eines und